Trotz geplatzten Deals durchgestartet. Reeloq zog mit Bundesfeuerwehrverband einen Kooperationspartner an Land. Anti-Drop-System ist nun auch im Sportfachhandel erhältlich.

Von Red. Haag. Erstellt am 19. November 2020 (07:12)

In der „2 Minuten 2 Millionen“-Show vom 12. Mai konnte sich das Grazer Start-up Reeloq, hinter dem der 25-jährige Lukas Watzinger aus St. Pantaleon-Erla steckt, mit seinem patentierten Sicherungssystem für Handys, Actioncams und Co ein Investment von 75.000 Euro von Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner und Teleshop-Expertin Katharina Schneider sichern (die NÖN berichtete).

Nach dem Doppeldeal in der Sendung freute man sich zunächst sehr über das zugesagte Kapital. Allerdings kam der Deal nicht zustande, da das Angebot der Investoren für das innovative Start-up zu wenig attraktiv war. „Es wäre für Reeloq nur ein kurzfristiger Erfolg gewesen. Mir liegt aber der langfristige und nachhaltige Erfolg am Herzen“, erklärt Gründer Lukas Watzinger zum Platzen des Deals.

Team baute Produkte selbst zusammen

Nach Ausstrahlung der Sendung war das Interesse am patentierten Produkt, das unter dem Motto „Lose yourself, keep your gear!“ steht, sehr groß. Innerhalb von nur zwei Stunden wurde der gesamte Lagerbestand verkauft. Daher begab sich das junge Team sofort an die Arbeit, um die Produktion und auch die Weiterentwicklung des Produkts zu gewährleisten. Durch den Lockdown und die Corona-Pandemie wurden aber viele Produktionsprozesse erschwert und es kam zu längeren Lieferzeiten. Um die Ware dennoch möglichst schnell an die Kunden verschicken zu können, beschloss das Team kurzerhand, in unzähligen Nachtschichten die Produkte selbst zusammenzubauen. „Es war eine sehr arbeitsintensive und stressige Zeit“, erinnert sich Julia Schadinger, die bei Reeloq vor allem für den Bereich Marketing und Sales zuständig ist.

Der Verkauf und das Interesse an den neuen Sicherungsprodukten haben in dieser Zeit nämlich nicht wirklich gelitten. Viele Österreicher verbrachten dieses Jahr ihre Ferien in Wanderregionen, was wahrscheinlich die Nachfrage am Anti-Drop-System verstärkte.

Lukas Watzinger (25) ist der Erfinder von Reeloq.
privat

Nach einiger Zeit waren allerdings alle Probleme und Engpässe gelöst und die Produktion sowie die Lieferung konnten wieder voll anlaufen. „Wir konnten wieder aufatmen und uns mehr auf unsere Kernaufgaben und die Weiterentwicklung fokussieren“, versichern Lukas Watzinger und Julia Schadinger. Neben dem eigenen Webshop des Start-ups ist Reeloq mittlerweile auch auf Amazon erhältlich.

Durch den zusätzlichen Verkauf auf dieser Plattform konnte das Jahresziel des Unternehmens bereits im Oktober erreicht werden. „Ein weiterer großer Meilenstein neben dem E-Commerce war der Schritt in den stationären Handel“, berichtet Lukas Watzinger. Er freut sich sehr, den großen Sportfachhändler Gigasport überzeugt zu haben und seit Oktober österreichweit in allen Filialen gelistet zu sein.

Feuerwehrverband als Kooperationspartner

Auch neue Kooperationspartner konnte das Start-up an Land ziehen. Der österreichische Bundesfeuerwehrverband sowie der Grazer Alpenverein und einzelne Bergrettungsgruppen sind nun Partner, die das Anti-Drop-System zur Sicherung verschiedener Werkzeuge im Alltag nutzen. Für diese Kooperationspartner bietet Reeloq auch die Möglichkeit des Co-Brandings an, also die Produkte mit dem jeweiligen Label zu versehen. So will man auch noch weitere Partner für sich gewinnen, denn an neuen Zusammenschlüssen ist man sehr interessiert.

Das Team um Lukas Watzinger hat noch sehr viel vor und steckt mit großer Leidenschaft und Freude viel Energie in die Entwicklung neuer Produkte. Parallel zu den täglichen Aufgaben rund um das bisherige Start-up wurden bereits neue Patente angemeldet. In den nächsten Monaten sollen die großen Pläne gelüftet werden.