Zahlungsunfähig: Struwelliese in finanziellen Nöten. Vom Friseurunternehmen werden nach Übernahme eines Betriebs im Jahr 2016 nun hohe Nachzahlungen gefordert.

Erstellt am 06. August 2018 (11:39)
Symbolbild

Über das Vermögen der Firma Struwelliese Friseure GmbH aus St. Pantaleon wurde am Landesgericht St. Pölten aufgrund eines Eigenantrages ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet, berichtet Gerhard M. Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform.

Das Unternehmen wurde 2007 gegründet und betreibt zur Zeit zehn Friseursalons in St. Pantaleon-Erla, Linz Kleinmünchen, Linz Industriezeile, Waidhofen an der Ybbs, Mauthausen, Hagenberg, Schwertberg, St. Valentin, Katsdorf und Grein. Die Gründe für die Insolvenz liegen zwei Jahre zurück. Nach der Übernahme eines Betriebes im Jahr 2016 ist Struwelliese nach einem Gerichtsurteil des Oberlandesgerichts Linz nun mit offenen Dienstnehmerforderungen aus diesem Betrieb konfrontiert.

Hohe Nachzahlungen nach Übernahme

Gemäß Urteil in zweiter Instanz muss Struwelliese einen erheblichen Betrag an die Gebietskrankenkasse und an die Dienstnehmer zurückzahlen, weil die Übernahme laut Gericht vor Eröffnung des Konkursverfahrens des anderen Unternehmens begonnen hatte. Das Urteil stellt einen Präzedenzfall dar und wird Parallelverfahren nach sich ziehen.

Insgesamt sind 41 Dienstnehmer und über 35 Gläubiger betroffen. Die Aktiva betragen rund 36.700 Euro und stehen Passiva von rund 570.038 Euro gegenüber. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent zahlbar binnen zwei Jahren angeboten. Seitens des Unternehmens will man alles daran setzen, die Arbeitsplätze der Mitarbeiter zu erhalten und die Standorte weiterzuführen.

Zum Insolvenzverwalter wurde Gerhard Taufner bestellt. Gläubiger können ihre Forderungen über Creditreform bis zum 18. September anmelden. Die erste Gläubigerversammlung findet am 2. Oktober, die Abstimmung über den Sanierungsplan am 6. November statt.