St. Peter in der Au

Erstellt am 14. März 2017, 06:14

von Sabine Hummer

Leopold Kriegbaum ist 106: „Fühle mich sehr gesund!“. Hauptschuldirektor in Ruhe Leopold Kriegbaum feierte seinen 106. Geburtstag. Er ist damit der drittälteste Österreicher.

Sohn Gerhard und Schwiegertochter Ingrid Kriegbaum kümmern sich mit Pflegerin Alena (nicht am Bild) liebevoll um den betagten Mann.  |  Sabine Hummer

Es war schon eine ganz besondere Feierstunde am vorigen Montagvormittag. „Es ist nicht alltäglich, dem drittältesten Mann Österreichs alles Gute zum Geburtstag zu wünschen“, betonte Bürgermeister Johannes Heuras.

Mit Ausnahme der Ohren „noch recht agil“

106 Jahre ist der ehemalige Hauptschuldirektor Leopold Kriegbaum am 6. März geworden und hält damit einige Rekorde: Seit 44 Jahren ist er in Pension und ältestes Seniorenbund-Mitglied. Natürlich ist er der älteste Mann im Bezirk Amstetten und der drittälteste Mann Österreichs.

Seine Braut Anna führte Leopold Kriegbaum mitten im Krieg, am 10. November 1942, vor den Altar.  |  NOEN, privat

Trotz seines hohen Alters ist Kriegbaum noch immer ganz gut bei Gesundheit.

„Er hat zwar am linken Ohr nur noch 30 Prozent Hörleistung und ist am rechten Ohr taub, aber sonst ist er noch recht agil. Seit acht Jahren hat er einen Herzschrittmacher und zweimal wöchentlich bekommt er eine Flüssigkeitsinfusion von Hausarzt Dr. Groiss. Außer Thrombose- und Vitamintabletten braucht er aber sonst keine Medikamente“, freut sich Sohn Gerhard und wird vom Jubilar bestätigt: „Ich fühl mich sehr gesund!“

Bei schönem Wetter macht er mit seiner Pflegerin Alena regelmäßig eine Tour durch den Markt. Natürlich darf ein Kaffee mit Torte im Café Kammerhofer nicht fehlen. Und auch im Gasthaus Ellinger wird des Öfteren eingekehrt. „Schnitzel, Leber und natürlich alle Mehlspeisen mag er besonders gerne. Danach gibt’s einen großen Braunen“, weiß der Sohn.

Nie geraucht und keinen Alkohol getrunken

Sein persönliches Geheimrezept zum Altwerden hat Leopold Kriegbaum auch: Er hat nie geraucht und keinen Alkohol getrunken. Dafür liebt er Schokolade, Mozartkugeln im Speziellen.

Die Nudelsuppe am späten Vormittag und das Grießkoch am Abend sind seine Lieblingsspeisen. Auch Extrawurst und Frankfurter Würstel stehen hin und wieder am Menüplan. „Es ist wichtig, dass man gut isst“, ist der 106-Jährige überzeugt. Und auch ausreichend Schlaf ist für ihn sehr wichtig.

Glückwünsche für Leopold Kriegbaum gab es von (v.l.) Anton Zöchbauer (Bezirkshauptmannschaft Amstetten), Ortsvorsteherin Lisa Kaindl, Bürgermeister Johannes Heuras, Mittelschuldirektor Erich Greiner und Seniorenbundobmann Altbürgermeister Gerhard Wieser.  |  Sabine Hummer

„Der Garten war mein Lebenselixier“, sagt Leopold Kriegbaum, der zeit seines Lebens ein begeisterter Gärtner und vor allem Apfelbaumexperte war. Noch mit 90 Jahren hat er die Bäume noch selbst gepfropft.

Einzig mit den Marillenbäumen hatte er kein Glück. „Die sind nie etwas geworden“, erinnert sich Sohn Gerhard Kriegbaum an seinen letzten Versuch, einen Marillenbaum zu pflanzen. „Damals war die Pflegerin schon da und hat ihn gehalten, damit er nicht umfällt.“

Auch Musik und Literatur haben Leopold Kriegbaum begleitet. Bis zu seinem 96. Lebensjahr hat er die Violine gespielt, bis zu dem Zeitpunkt, als er sie nicht mehr halten konnte. Er war Gründer der örtlichen Musikschule und Mitglied des Linzer Brucknerorchesters. Im Kirchenchororchester wirkte er bis ins hohe Alter mit.

Seine Lebensfreude hat sich Leopold Kriegbaum bis heute behalten. Er ist ein aufmerksamer Zuhörer und genießt die Zeit mit seiner Familie. Vor allem die vier Urenkel sind ihm eine besondere Freude.

Mehr zur Person Leopold Kriegbaum lest Ihr in der aktuellen NÖN sowie im ePaper.