Pfarrer Peter sagt „Pfiat Gott!“

Erstellt am 14. August 2022 | 04:15
Lesezeit: 3 Min
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Pfarrer Peter Yeddanapalli kehrt in seine Heimat Indien zurück.
Foto: Sabine Hummer
Nach 20 Jahren als Seelsorger in Europa, davon fast acht Jahre in den Pfarren St. Peter/Au und Weistrach, verabschiedet sich Peter Yeddanapalli in Richtung Indien.
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„Heimat ist Heimat. Und es ist jetzt an der Zeit, dass ich wieder in meine Heimat Indien zurückkehre“, sagt Peter Yeddanapalli. Am kommenden Sonntag, 14. August, wird der Pfarrer im Rahmen einer Messe mit anschließender Agape von der Pfarre St. Peter verabschiedet, am 21. August folgt ein Abschiedsfest in der Pfarre Weistrach.

Nach einem Urlaub in seiner ehemaligen Pfarre in Tirol geht es Mitte September zurück in sein Heimatdorf nach Indien. Ursprünglich wollte der 47-jährige Priester nur fünf Jahre im Pfarrverband St. Peter-Weistrach bleiben, Corona-bedingt hat er seinen Aufenthalt um einige Zeit verlängert. „Ich war insgesamt 20 Jahre in Europa – in der Pfalz in Deutschland, in Tirol und im Mostviertel. Ich habe hier vieles gelernt, hatte Begegnungen mit vielen Menschen und eine ganz andere Kultur kennengelernt“, erzählt Yeddanapalli.

Vier Internate mit Platz für 1.600 Kinder

In diesen beiden Jahrzehnten konnte Peter Yeddanapalli mit Unterstützung und Spenden viel Gutes in seiner Heimat bewirken. „In Stams habe ich damals gesehen, wie das Internat von Mönchen geführt wird. Dadurch hatte ich die Idee, auch in Indien ein Internat mit Schule für arme Kinder zu bauen. Zuerst hatten wir nur ein kleines Haus, in dem hundert Kinder unterrichtet wurden“, erzählt der Priester.

Mittlerweile sind es vier Internate, in denen 1.600 Kinder wohnen undlernen. „Pfarrer Peter“, wie er von den Menschen in St. Peter und Weistrach genannt wird, freut sich auf seine Zukunft in Indien, wo er in der Diözese Gontur als Priester arbeiten und seine Schul-Projekte aus nächster Nähe betreuen kann. „Der Glaube in Indien hat einen anderen Stellenwert als in Österreich und Deutschland“, sagt der Priester. „Die Leute gehen gerne in die Kirche, pro Messe kommen 500 bis 1.000 Menschen. Und auch Priestermangel ist in Indien kein Thema – alleine aus meinem Dorf haben 40 den Priesterberuf gewählt.“

Seine Zeit in Europa möchte Pfarrer Peter nicht missen. „Ich bin hier selbstbewusster geworden. Ich habe meine Arbeit getan und darauf geachtet, immer nett zu sein und die Menschen so zu nehmen, wie sie sind“, zieht er eine positive Bilanz. Vermissen wird Pfarrer Peter so einiges: die schöne Landschaft, das Team in den Pfarren und die Freiheit, die er hier erleben durfte. Kulinarisch werden ihm vor allem die köstlichen Suppen – seine Lieblingssuppe ist die Kürbissuppe – fehlen. „Suppen gibt es in Indien gar nicht. Ich werde mir in jedem Fall Rezepte mitnehmen, um sie dann in meiner Heimat nachzukochen. Wir haben für meine Familie auch einen Gemüsegarten angelegt und Kürbisse gepflanzt.“

Seinem Nachfolger Kyristian Lubinski wünscht Peter Yeddanapalli alles Gute. Im nächsten Sommer wird er übrigens wieder für eine Urlaubsvertretung nach Österreich kommen. Natürlich steht dann auch ein Besuch in St. Peter und Weistrach am Plan. „Ich habe ein sehr gutes Gefühl, zu gehen und danke allen, die mich in diesen Jahren begleitet und unterstützt haben“, sagt Pfarrer Peter ein herzliches „Pfiat Gott!“

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