Günes-Posting über Rassismus: „Habe Ziel erreicht“

Ibrahim Günes erhielt Zuspruch aber auch Kritik. Er hält es aber für wichtig, Rassismus öffentlich zu diskutieren.

Erstellt am 18. Dezember 2018 | 04:37
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Beim Punschtrinken gegen Rassismus am Freitag: Ibrahim Günes (3. von rechts) mit Vertretern der Jungen Generation Niederösterreich und aus St. Peter. Der Reinerlös von 800 Euro wird dem Verein „Willkommen Mensch Amstetten“ gespendet.
Foto: privat

Mit seinem Facebook-Posting über ein „Rassismusproblem in St. Peter in der Au“ hat Ibrahim Günes der Gemeinde beträchtliche mediale Aufmerksamkeit beschert. Bei weitem nicht alle Bürger sind darüber erfreut.

Günes musste oft auch die Kritik einstecken ein „Nestbeschmutzer“ zu sein. Das ist nicht spurlos an ihm vorübergegangen. „Die letzten Tage waren nicht einfach für mich. Ich weiß, dass mich auch im Gemeinderat einige Leute scharf kritisieren, jedoch glaub ich dennoch, dass mein Facebook-Posting richtig und wichtig war. Ich habe die Gemeinde und den Bezirk wachgerüttelt.“

Anzeige sei ursprünglich nicht sein Ziel gewesen

Günes hat in der Vorwoche auch Anzeige gegen zwei FP-Mitglieder erstattet, die ihn, wie er auch auf Facebook schreibt, in Lokalen beschimpft und bedroht haben sollen. „Ich hatte eine Zeugin mit dabei und habe auch noch weitere Zeugen angegeben.“ Eine Anzeige sei ursprünglich nicht sein Ziel gewesen, wohl aber der Ausschluss der Betreffenden aus der FPÖ. Das habe deren Parteiobmann aber abgelehnt.

FP-Chef Johann Egger-Richter erklärte schon in der Vorwoche gegenüber der NÖN, dass er kein Rassismusproblem in St. Peter sehe.

Dass der Gemeinderat eine Resolution gegen Rassismus verabschiedet hat, begrüßt Günes zwar, ist aber enttäuscht, dass zum Punschstand gegen Rassismus, den die Junge Generation am Freitag in St. Peter organisiert hat, nur SP-Gemeinderäte kamen. Mandatare der anderen Parteien seien ausgeblieben. „Eine Resolution zu unterzeichnen, aber nicht einmal die betroffenen Menschen zu unterstützen finde ich nicht in Ordnung“, sagt Günes. Für ihn seien alle Menschen gleich, unabhängig von Herkunft oder Religion.

Günes wehrt sich gegen den Vorwurf, alle FP-Mitglieder als Nazis bezeichnet zu haben. In seinem Posting heißt es konkret: „Nicht alle FP-Wähler sind Nazis, aber alle Nazis wählen FPÖ.“ In St. Peter wisse, so Günes, jeder, „dass es aber FPÖ-Mitglieder gibt, die durch den Ort gehen, den Hitlergruß machen und ,Scheiß Neger‘ schreien.“ Auch Hakenkreuz-Schmierereien seien gefunden worden.