Hitler-Gruß in Pub: Freispruch. 26-Jähriger von Wiederbetätigung freigesprochen. Die Zeugenaussagen waren zu unterschiedlich.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 25. Dezember 2019 (06:03)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Symbolbild
Shutterstock.com, Africa Studio

Ein Facebook-Posting brachte den Fall ins Rollen: Mit dem Hitlergruß sollen sich ein 26-Jähriger aus der Region und zwei bislang unbekannte Männer im Jahr 2017 in einem Pub in St. Peter in der Au zugeprostet haben. Wegen Wiederbetätigung wird dem Mann nun am Landesgericht in St. Pölten der Prozess gemacht.

Geständig war der Angeklagte bereits am ersten Prozesstag im Herbst nicht. Vertagt wurde damals zur Einvernahme eines Polizisten. Er soll laut Zeugen zum Tatzeitpunkt den Angeklagten amtsbehandelt haben. Das bestätigte der Ermittler im Prozess aber nicht.

Bestrafung fordert Staatsanwalt Karl Fischer. „In St. Peter in der Au brodelt es schon lange“, sagt der Ankläger. Und: „Das Verbotsgesetz verlangt nicht ein Gutheißen des Nationalsozialismus. Ein Nazi par excellence zu sein ist nicht erforderlich.“

Für den Staatsanwalt ist Schuld erwiesen: „Das Verfahren hat ergeben, dass der Angeklagte sich im Lokal aufgehalten hat. Die Leute waren angeheitert, haben sich zugeprostet und mit den Worten „Heil Hitler“ die Hand zum Hitlergruß erhoben. Zeugen sagen, dass sie sich mit dem Angeklagten an besagtem Abend unterhalten haben.“

Auch ein WhatsApp-Verlauf eines Zeugen weise auf die Schuld hin. Die Geschworenen sehen das hingegen anders. Der 26-Jährige wird freigesprochen, weil Zeugen zu unterschiedlich ausgesagt hätten (rechtskräftig). Das Verfahren gegen einen Mitangeklagten (38) wurde bereits eingestellt.