St. Peter in der Au

Erstellt am 04. Oktober 2016, 04:43

von Sabine Hummer

Bakterien in Brunnen. Grenzwerte bei Enterokokken und coliformen Bakterien wurden in Kürnberg und im Markt überschritten. Wasser darf nur abgekocht getrunken werden.

Die Gründe für die Keime im Burgholzbrunnen sind völlig unklar. Die Brunnenanlage ist erst wenige Jahre alt.  |  NOEN

Gleich zwei „Sorgenkinder“ hat Bürgermeister Johannes Heuras derzeit bei der Trinkwasserversorgung der Gemeinde. Denn, wie sich bei Routine-Untersuchungen herausstellte, sind die Grenzwerte bei den Brunnenanlagen in Kürnberg und im Markt erhöht.

„Wir wurden vom Trinkwasseruntersuchungslabor verständigt, dass in den letzten untersuchten Wasserproben, die jeweils am 20. September entnommen wurden, die Grenzwerte von Enterokokken und coliformen Bakterien erhöht waren“, informiert Bürgermeister Johannes Heuras. Sofort nach Bekanntwerden der Werte wurden Kindergärten, Schulen sowie das Pensionistenheim verständigt und an alle Haushalte Informationsschreiben verteilt. Das Trinkwasser aus dem Ortsnetz darf sowohl in Kürnberg als auch im Markt bis auf Weiteres nur in abgekochtem Zustand verwendet werden.

Während im Markt erstmals Bakterien messbar waren, waren in Kürnberg die mikrobiologischen Werte bereits bei der Messung im Mai nicht ganz in der Norm. Die Gründe dafür seien allerdings nicht augenscheinlich, so der Bürgermeister.

Trinkwasseraufsicht ordnet UV-Anlage an

„Es kann sein, dass die Keime von außen eindringen, es können aber auch der Brunnen oder die Leitungen schadhaft sein, auch Niederschlagsgegebenheiten können Ursache sein. Es ist nichts Permanentes, sondern ein Kommen und Gehen“, bedauert Heuras. Die Trinkwasseraufsicht hat deshalb angeordnet, eine UV-Anlage zur Wasserentkeimung in die WVA Kürnberg einzubauen. „Wir haben bei einigen Fachfirmen angefragt, ein Angebot liegt bereits vor. Die Umsetzung soll möglichst zeitnah sein, damit wir sobald wie möglich wieder Trinkwasserqualität liefern können“, erklärt der Ortschef.

Ein ganz anderes Bild zeigt sich hingegen im Markt. Hier ist die ergiebige Brunnenanlage im Burgholz erst wenige Jahre alt. Wie und warum hier Keime eindringen konnten, ist für Bürgermeister Heuras völlig unerklärlich. „Es wurden Proben an verschiedenen Stellen entnommen, dabei wurde ersichtlich, dass vom Burgholz aus die Keime ins Ortsnetz eingeschleust wurden. Wir haben den Burgholzbrunnen natürlich sofort vom Netz genommen und fahren derzeit mit dem Brunnen in der Teichstraße. Da dieser aber nicht so ergiebig ist, müssen wir immer wieder den Burgholzbrunen einspeisen. Deshalb muss das Wasser auch unbedingt weiterhin abgekocht werden“, warnt Heuras.

Laut Schnelltests sind Werte wieder normal

Dennoch scheint die Lage im Markt nicht ganz aussichtslos. In den letzten Tagen wurde per Ausschlussverfahren gearbeitet, um die Herkunft des Schadens zu orten. Dabei wurden erneut Proben von verschiedenen Stellen entnommen. „Diese Schnelltests haben gezeigt, dass die Werte im Burgholzbrunnen sowie im Tiefbehälter wieder normal sind“, ist Heuras optimistisch gestimmt. Diese Woche wird die nächste reguläre Probenentnahme erfolgen.

„Wir hoffen, dass wir bald wieder die Trinkwasserqualität der WVA Markt bescheinigt bekommen. Sollte das der Fall sein, wird jeder Haushalt wieder persönlich verständigt“, verspricht Heuras.