In Pandemie umgesattelt: Ein Stockerl vom Kabarettisten. Walter Kammerhofer aus St. Peter in der Au hat in der Pandemie umgesattelt und fertigt Stockerl an. „Ich löse Stuhlprobleme“, sagt er und beweist damit, dass er den Humor nicht verloren hat.

Von Leopold Kogler. Erstellt am 13. Februar 2021 (05:51)
Walter Kammerhofer hat seine Liebe zum Tischlern entdeckt und fertigt in seiner Werkstätte Stockerl an. Die Nachfrage ist gut.
Kogler

„Ich für meinen Teil wollte nicht jammern, ich wollte etwas Kreatives machen. So ist durch den Stillstand etwas Neues entstanden“, erzählt voller Begeisterung der Kabarettist Walter Kammerhofer, der u.a. 2020 mit dem Video seines Sketches zur zweiten Welle bekannt geworden war:

Nachdem er sich eine kleine Werkstatt mit Kreissäge, Hobelmaschine und Bandschleifer in einer leer geräumten Rumpelkammer eingerichtet hatte, ging er daher daran, ein Stockerl zu fertigen. Nachdem er mit dem Ergebnis durchaus zufrieden war, tischlerte er gleich noch einige weitere.

„Schließlich habe ich ein Kleingewerbe angemeldet, eine Homepage installiert und meinen Freunden davon erzählt. Naja, und die haben mit meinen ersten ausgelieferten Holzstockerl begeistert Mundpropaganda betrieben“, erzählt Kammerhofer. Inzwischen gehört auch schon ein Schemel aus Fichtenholz aus heimischen Wäldern zu seinem Repertoire.

Das Tischlern hat Kammerhofer schon immer gereizt, allerdings fehlte ihm die Zeit dafür. Da nun viele seiner Auftritte verschoben wurden und die Premiere seines neuen Programms auch erst im Frühherbst stattfinden wird, verbringt er viele Stunden in seiner Werkstätte. In der Zwischenzeit gibt es für seine Stockerl übrigens schon Anfragen aus ganz Österreich.

Bei einigen Kunden mobilisieren sie auch Kindheitserinnerung. Das Stockerl war früher und ist auch heute noch ein universelles Möbelstück. Man kann nicht nur darauf sitzen, sondern auch Blumenstöcke darauf stellen, oder den Christbaum. „Und für die Dicken“, sagt Kammerhofer, und da schlägt der Kabarettist durch, „ist es ideal fürs Schuhbandlbinden.“ Auf Kammerhofers Stockerl (KAWA-Stockerl) sitzt man nicht nur gut, es schaut auch sehr gut aus und passt überall dazu, verkündet seine Homepage. „Wir lösen einfach Ihre Stuhlprobleme“ meint der Kabarettist schelmisch.

Spielen ohne Publikum ist unvorstellbar

Angesprochen auf die gegenwärtige Situation der Künstler in der Pandemie legt Kammerhofer gleich los. „Mir ist ehrlich gesagt nicht langweilig. Ich mache etwas Produktives. Doch meine Leidenschaft gehört dem Kabarett. Mir fehlt das Publikum schon sehr und ich kann den ersten Auftritt kaum erwarten. Wir hatten besinnliche Weihnachten, nun hoffe ich auf nicht mehr besinnliche Ostern. Ich wünsche mir sehr, dass meine Fans kommen, sich an meinen Programmen erfreuen, aber ohne Maske. Ein Spielen vor Publikum mit Maske ist für mich unvorstellbar. Ich brauche dazu einfach die Mimik meiner Gäste!“