37-Jähriger rastete bei Polizeikontrolle aus. Alkoholisierter Ennser beschimpfte Polizeibeamte als „Arschlöcher und Nazis“ und drohte ihnen, sie umzubringen. Von Ingrid Vogl

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 26. Januar 2017 (05:23)
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Die St. Valentiner Polizei führte am Mittwochvormittag im Ortsgebiet von Rems Lasermessungen durch. Gegen 11.30 Uhr fiel den Beamten ein Pkw auf, der mit überhöhter Geschwindigkeit auf der B1 in Richtung Ennsdorf unterwegs war. Bei der Lenkerkontrolle stellten die Polizisten beim 37-jährigen Ennser Alkoholisierungsmerkmale fest.

Bei der Durchführung des Alkovortests verhielt sich der Oberösterreicher äußerst aggressiv. Nach mehreren erfolglosen Versuchen wurde letztlich doch noch ein Wert von 0,84 mg/l festgestellt. Den Alkotest mit dem Alkomaten verweigerte der Ennser. Er legte sich neben der Fahrbahn demonstrativ in den Schnee und begann, die Beamten zu beschimpfen.

Plötzlich stand der Fahrzeuglenker wieder auf, wollte in seinen Pkw steigen und davonfahren. Das Vorhaben scheiterte jedoch, weil einer der Polizisten das Auto bereits vorsorglich versperrt hatte. Das sorgte beim 37-Jährigen für weiteren Unmut und weitere Schimpftiraden. „Arschlöcher, Nazis, ihr gehört vergast“, schimpfte er. Auch „Heil Hitler“-Rufe waren dabei.

Verstoß gegen Verbots- und Waffengesetz

Die Beamten mahnten den Mann mehrmals ab, das aggressive Verhalten einzustellen. Als er mit erhobenen Armen fuchtelnd auf die Polizisten zukam und diese mit einem Angriff rechneten, packten sie ihn an den Armen und drückten ihn mittels Armstreckhebel auf den Boden. Er wurde mit Hand- und Fußfesseln arretiert und am Körper untersucht. Dabei entdeckten die Beamten, die der Ennser bei der Amtshandlung mit dem Umbringen bedrohte, noch eine Stahlrute.

Bis zum Abend hatte sich der Mann, der nach seiner Festnahme Selbstmordabsichten geäußert hatte und deshalb auch von der Amtsärztin untersucht wurde, in der Arrestzelle wieder beruhigt. Von einer Einweisung ins Landesklinikum Mauer wurde daher abgesehen. Um 20.30 Uhr wurde der 37-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt. Er wurde wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, gefährlicher Drohung, Verstoß gegen das Waffen- und Verbotsgesetz sowie Verweigerung des Alkotests angezeigt.