8.800 Fahrzeuge täglich: „Situation ist gefährlich“. Grundablösen für Umfahrung gestalten sich weiterhin schwierig.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 09. Juli 2019 (04:00)
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St. Valentins Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr brachte auch im NÖ Landtag eine Resolution zur Umfahrungsstraße Herzograd/Langenhart ein. Mit den Stimmen von SPÖ, FPÖ, Grünen und Neos fand diese aber keine Mehrheit.

„Abschluss von Vereinbarungen betreffend Grundstückstransaktionen Umfahrungsstraße“ lautete Tagesordnungspunkt 22 bei der letzten Gemeinderatssitzung vor dem Sommer. Da es sich bei den Grundablösen mit einigen Landwirten entgegen der Erwartungen aber nach wie vor spießt, wurde dieser Punkt wieder abgesetzt. „Aufgrund der Wichtigkeit für St. Valentin werden wir für diesen Punkt im August noch eine Sitzung einschieben“, erklärt Bürgermeisterin Kerstin Suchan- Mayr.

Bis dahin sollen die Ablösen dann wirklich unter Dach und Fach sein. Das hofft auch die Bürgerinitiative rund um Sprecher Alfred Hinterndorfer, der sich in der Frageviertelstunde zu Beginn der Sitzung zum wiederholten Male über den aktuellen Stand in der Causa Umfahrungsstraße Herzograd/Langenhart erkundigte. „Wir reden jetzt seit Jahren, dass die Grundablösen erledigt sind. Unsere Geduld ist enden wollend und der soziale Friede ist gefährdet“, warnte Hinterndorfer.

Um den Bau der Umfahrung voranzutreiben, versuchte Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr in ihrer Funktion als Landtagsabgeordnete seit Monaten in Initiativen und Anträgen eine Erleichterung für die Bürger der betroffenen Ortsteile zu erreichen. „Insbesondere die rund 4.500 Bewohner in Langenhart und Herzograd sind unzumutbaren Verkehrsbelastungen ausgesetzt. Der Pkw-, Schwer- und auch Schwerstverkehr nimmt stetig zu. Diese Situation ist unzumutbar und gefährlich“, beklagte Suchan-Mayr. Schließlich führt die L6247 und dadurch der viele Verkehr direkt an den Schulen in Langenhart vorbei. Dennoch fand Suchan-Mayrs Resolutionsantrag keine Mehrheit. Die ÖVP lehnte ab.

Suchan-Mayr: "Kleiner Schritt in richtige Richtung“

„Es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“, zeigte sich die St. Valentiner Bürgermeisterin aber trotzdem ein wenig erfreut, dass die anderen im Landtag vertretenen Parteien auf dieses Problem aufmerksam gemacht wurden und zudem von der ÖVP mitbeschlossen wurde, zumindest aktuelle Verkehrsdaten zu erheben und gemeinsam eine geeignete Vorgehensweise zu prüfen.

Wie wichtig die Erhebung der Verkehrsdaten ist, zeigte sich erst vor Kurzem bei einem Gespräch von Suchan-Mayr und Verkehrsstadtrat Thomas Hagmüller mit Landesrat Ludwig Schleritzko. Da konnten die St. Valentiner nur ungläubig den Kopf schütteln. „Er hat gesagt, dass da nur 2.500 Fahrzeuge fahren. Dabei haben wir allein schon 2.500 Leute, die dort arbeiten“, berichtet Hagmüller.

Die Zahlen der eigenen Messungen hätten nämlich ein ganz anderes Bild ergeben. „Wir haben 8.800 Autos Richtung Herzograd gezählt. Über 3.000 davon sind Richtung Ernsthofen weitergefahren“, verrät Hagmüller. Das würde annähernd eine Verdoppelung des Verkehrs seit der letzten Zählung für die Verkehrsstudie 2003 bedeuten. „Wir werden an der Sache hartnäckig dranbleiben, denn es braucht eine rasche Entlastung der ansässigen Bürger durch die Umfahrungsstraße“, stellt Bürgermeisterin Suchan-Mayr klar.

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