Bürger ergriffen das Wort. Die öffentliche Frageviertelstunde wurde am Donnerstag zur Stunde ausgeweitet. Es gab Diskussionen über die Umfahrung und die neueste Kampagne der Stadt.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 10. Dezember 2019 (04:23)
Bürger und Opposition kritisieren die von der Gemeinde in Auftrag gegebene Kampagne „Valentin legt sich quer“, mit der man auf die Wichtigkeit der Umfahrung für Herzo-grad und Langenhart hinweisen möchte.
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„Schön, dass die Gemeindepolitik lebhaft wird“, freute sich Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr über die vielen Zuhörer, die sich bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag im Sitzungssaal eingefunden hatten. Fragen zur neuesten Entwicklung in Sachen Umfahrung Herzograd/ Langenhart und Diskussionen über die Kampagne „Valentin legt sich quer“ sorgten dann dafür, dass aus der geplanten öffentlichen Frageviertelstunde eine volle Stunde wurde.

Wie weit die Grundstücksankäufe für die Umfahrung mittlerweile gediehen seien, wollte Alfred Hinterndorfer, der Sprecher der Bürgerinitiative, zu Beginn wissen. In der letzten Gemeinderatssitzung waren ja Vereinbarungen mit vier von fünf notwendigen Grundbesitzern beschlossen worden. Mit dem fünften – ÖVP-Stadtrat Karl Bunzenberger – hatte es auch Mitte der vergangenen Woche noch keine Lösung gegeben. „Heute um 17 Uhr sind wir uns einig geworden. Wir haben uns auf einen Preis geeinigt, den wir aufgrund der Wichtigkeit des Projekts für die Gemeinde vertreten können“, verkündete Bürgermeisterin Suchan-Mayr am Donnerstag. Um alles unter Dach und Fach zu bringen, werde der alte Gemeinderat im Jänner noch einmal tagen.

Kritik an der Kampagne „Valentin legt sich quer“

Heiß diskutiert wurde auch die Kampagne „Valentin legt sich quer“, mit der die Stadt dank quergestellter Autos, Ortstafeln oder diverser anderer Gegenstände auf die dringende Notwendigkeit der Umfahrung aufmerksam machen will. Bürger gaben zu bedenken, dass man angesichts des auf der Seite liegenden Autos im ersten Moment an einen schweren Unfall denken könne. Die Grünen kritisierten, dass die Kampagne „eine teure Marketingaktion für die Mehrheitspartei SPÖ“ sei und man die Kampagne auch nicht ganz verstehe. „Eigentlich legt sich ja das Land quer und nicht St. Valentin“, erklärte Gemeinderätin Bettina Langenfelder. Anstelle des Aktionismus würden sich die Grünen konkrete Sofortmaßnahmen wünschen, die zur Verkehrsberuhigung in den beiden Ortsteilen oder zur Bewusstseinsbildung der Autofahrer führen.

Kritisiert wurde die Kampagne auch von der ÖVP. „Wir brauchen das Land zur Finanzierung der Umfahrung. Mit Aktionen, die sich gegen das Land richten, werden die Verhandlungen nur schwieriger“, warnte Stadtrat Andreas Pum. „Ich will jetzt nicht sagen, wer schuld ist, dass wir die Grundverhandlungen jetzt erst fertig haben“, konterte Bürgerinitiativen-Sprecher Hinterndorfer und spielte auf die Rolle der ÖVP im Verhandlungsmarathon an. Ein Vorwurf, den Andreas Pum nicht auf sich sitzen ließ. „Es ist traurig, dass jemand seit Jahrzehnten die Mehrheit hat und der Minderheit in die Schuhe schiebt, dass sie schuld ist, dass wir die Umfahrung noch nicht haben.“