Bürgerbeteiligung: Viele Ideen und Visionen. Stadtentwicklung wird nach der Innenstadt nun in Langenhart und Herzograd fortgesetzt.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 28. November 2019 (03:34)
Rene Ziegler (Raumposition), Rebecca Sparr (feld72), Sabine Dessovic (Dnd Raumplanung), Birgit Kornmüller (Bogenfeld Architektur), Stefan Groh (Bogenfeld Architektur), Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr, Peter Zoderer (feld72) und Stadtrat Patrick Hagmüller (von links) waren sehr zufrieden mit den Anregungen, die die St. Valentiner Bürger in den Planungsprozess einbrachten.
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Im Vorjahr wurde der Planungsprozess zur Entwicklung von St. Valentin mit der Innenstadt gestartet. Ergebnis war die Umgestaltung des Franz-Forster-Platzes mit einem notwendigen unterirdischen Entlastungspumpwerk und einer Verschönerung und zeitgemäßen Adaptierung des Platzes. Mit der Fertigstellung des Projektes ist in den nächsten Wochen zu rechnen.

Nach der erfolgreichen Innenstadtentwicklung richtet sich der Fokus nun auf die beiden Stadtteile Langenhart und Herzo grad. Da sich der Bürgerbeteiligungsprozess bei der Innenstadt bewährt hat, wird dieser auch bei der Region auf der anderen Seite der Bahntrasse fortgesetzt. Daher lud die Gemeinde zu Beginn der Vorwoche zu je einer Perspektivenwerkstatt in Langenhart und Herzograd.

Nach einem Spaziergang durch den jeweiligen Ortsteil richteten die Planungsteams eine offene Werkstatt ein, wo interessierte Bürger ihre Ideen einbringen konnten. Zum Abschluss fassten die Planer die Ergebnisse des Tages zusammen. „Beide Tage waren sehr gut besucht und es sind viele gute Ansätze gekommen“, freut sich der für Wohnbau und Stadtentwicklung zuständige Stadtrat Patrick Hagmüller über das Ergebnis der Veranstaltungen.

Die offene Werkstatt in Langenhart stieß bei den St. Valentiner Bürgern auf großes Interesse. Ihre Anregungen und Visionen fließen in das Entwicklungskonzept ein, das die Planungsteams im Jänner präsentieren werden.
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Ein neuer Ortsplatz für Langenhart und ein neues Wohnviertel in der Herzograder Kurve waren zwei der Schwerpunkte, die sich herauskristallisierten. Ursprünglich waren die Planer davon ausgegangen, dass der Freiraum zwischen der Pfarrkirche Langenhart und dem Gasthaus Dorfrichter Potenzial habe, sich zur neuen Ortsmitte von Langenhart zu entwickeln.

„Als gesellschaftlichen Hotspot sehen die Bürger diesen Platz jedoch nicht“, ist Hagmüller nun klar, denn „beim Spaziergang durch den Ortsteil ist ein anderer Platz herausgekommen, der von der Bevölkerung eher gewünscht wird und den wir am Anfang nicht am Radar hatten.“ Dieser Platz ist bisher noch namenlos und befindet sich in der Nähe des Cafe Valentino und der James Bar. „Dort sind jetzt schon Frequenzbringer“, betont der SPÖ-Stadtrat.

In der Herzograder Kurve liegt mit knapp elf Hektar das größte Entwicklungsgebiet von St. Valentin. Hier ergibt sich die Chance, eine Lücke im Stadtteil zu schließen und Herzograd näher an Langenhart rücken zu lassen. Hier arbeitet man an Ideen, wie man mit der großen Leerfläche umgeht, auf der in naher Zukunft der lange geplante Freizeitpark entstehen wird und neuer Wohnraum geschaffen werden soll. Da sich die drei großen Valentiner Industriebetriebe in unmittelbarer Nähe befinden, kann sich Patrick Hagmüller eine Kombination von Wohnen und Arbeiten vorstellen.

„Die Leute würden gerne dort wohnen, wo sie arbeiten. Derzeit gibt es da kein Angebot und sie werden zum Pendeln gezwungen.“ Eine klassische Einfamilienhaussiedlung soll es ebenso nicht werden wie stark verdichteter Wohnbau. Ein gesunder Mix oder qualitative Reihenhäuser wären für Hagmüller denkbar.

Der weitere Ablauf des Planungsprozesses steht jedenfalls bereits fest. Im Jänner wird es eine Zwischenwerkstatt geben, bei der die Planungsteams ein erstes Entwicklungskonzept präsentieren. „Hier hat die Bevölkerung dann wieder die Möglichkeit für ein Feedback“, erklärt Patrick Hagmüller. Die Abschlusspräsentation des endgültigen Konzepts findet dann im März statt.