Chor Ad Libitum blickt voll Zuversicht in die Zukunft. Der bekannte St. Valentiner Chor Ad Libitum sollte im März zum ersten Mal im Auditorium in Grafenegg singen. Zahlreiche Auftritte und CD-Aufnahme wurden verschoben.

Von Leopold Kogler. Erstellt am 18. Juni 2020 (04:29)
Groß war die Vorfreude auf das Jubiläumskonzert „15 Jahre Chorszene Niederösterreich“, das den Chor Ad Libitum am 15. März zum ersten Mal in seiner Geschichte in das Auditorium in Grafenegg hätte bringen sollen. Das Konzert soll aber am 18. Oktober nachgeholt werden.
Chor Ad Libitum

Heuer am 7. März trafen sich 56 Sänger des Chores Ad Libitum mit rund 30 Sängern des A–Cappella–Chores Tulln zur abschließenden Probe für die Aufführung der Matthäuspassion von J. S. Bach. Groß war die Vorfreude auf das Jubiläumskonzert „15 Jahre Chorszene Niederösterreich“, das den Chor unter der Leitung von Heinz Ferlesch am 15. März zum ersten Mal in seiner Geschichte in das Auditorium in Grafenegg hätte bringen sollen.

Wenige Tage davor zerplatzte dieser Traum aus bekannten Gründen. Das Konzert musste vorerst verschoben werden. Das für 28. März mit demselben Werk im Linzer Brucknerhaus programmierte Konzert wurde überhaupt vom Veranstalter abgesagt.

CD-Aufnahmen wurden auf nächstes Jahr verlegt

Ein Projekt mit jahrelanger Vorlaufzeit und monatelanger Probenarbeit nicht zum Abschluss bringen zu können, war eine herbe Enttäuschung für den St. Valentiner Chor. Auch die Proben für eine im Juni geplante CD-Aufnahme konnten nicht stattfinden, die CD-Aufnahme wurde auf nächstes Jahr verlegt. Dasselbe gilt für die Einladung zum ungarischen „Zempléni-Fesztiváls“ im August.

Doch Heinz Ferlesch war in der Ausnahmezeit nicht untätig. Er wurde gemeinsam mit weiteren Experten der österreichischen Chorszene aktiv und legte der Bundesregierung Empfehlungen für eine Wiederaufnahme der Proben- und Konzerttätigkeit für die österreichische Chorszene vor. Aufgrund der kürzlich bekannt gegebenen Lockerungen schöpft der Leiter des Chores wieder Hoffnung und plant, das Ensemble noch vor dem Sommer wieder zusammen zu bringen, um gemeinsam zu singen.

Dafür müssen risikominimierende Maßnahmen getroffen werden. Ein Probenbetrieb wie bislang gewohnt wird wohl noch längere Zeit nicht möglich sein. Doch man blickt positiv in die Zukunft. Die im Oktober geplanten Konzerte mit Pro Brass in Linz und Timelkam mit dem Programm „La Passione“ werden aus heutiger Sicht wie geplant stattfinden.

Die vom März verschobene Matthäuspassion soll übrigens am 18. Oktober 2020 in Grafenegg zur Aufführung gelangen. Und mit „Nun komm‘ meine Freude“, das Programm des Chores Ad Libitum und des Originalklangorchesters Barucco, das den Weg zur Krippe vom Beginn des Advents bis zum 24. Dezember widerspiegelt, wird das Jahr 2020 abschließen.

In der Passionszeit 2021 bringt der Chor Ad Libitum zwei Konzerte in Zusammenarbeit mit einem Auswahlchor des Musikgymnasiums Linz in Ried/Innkreis und in der Basilika St. Laurenz in Enns-Lorch zur Aufführung. Renaissancemotetten treffen hierbei auf zeitgenössische Werke – großteils a cappella, teils auch mit Begleitung.

Bachs Lebenswerk steht 2021 am Programm

Vor der Sommerpause 2021 folgt ein Opus ultimum der Musikgeschichte: die h-Moll-Messe von Bach. Die Kompositionsdauer umfasst dessen gesamte Lebensspanne. Die Messe macht dadurch die Veränderungen des Kompositionsstiles des Meisters hörbar. Die Vorfreude darauf ist groß, denn das Werk zählt zu den faszinierendsten und anspruchsvollsten Aufgaben der Musikliteratur.

Aktuell verfolgt der erfolgreiche Chorleiter Heinz Ferlesch eine Idee, mit Stars der Klassikszene, den Wiederbeginn nach der Corona-Zwangspause mit einem gemeinsamen Konzert zu feiern, welches – sofern möglich – bereits im August stattfinden soll.