Dieb versteckte die Beute in seiner Socke. 40-Jähriger stahl beim Einkaufen eine Geldbörse. Nun muss der Alkoholkranke eine Entwöhnungstherapie machen.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 06. Februar 2017 (07:57)
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„Das war damals ein ganz schlechter Tag für mich“, sagt eine Pensionistin aufgeregt vor dem Richter. Beim Einkaufen traf die Frau auf einen 40-Jährigen, der ihr die Geldbörse stahl. Dem Mann wird in St. Pölten nun der Prozess gemacht.

Am Vormittag des 20. Juli 2016 war die Pensionistin in einem Geschäft. „Ich hab’ ein Leiberl probiert, als er meine Geldbörse aus der Tasche gestohlen hat. Dann habe ich die Tür zugehalten, damit er nicht rauskommt. Er hat mich zur Seite gestoßen“, setzt das Opfer fort.

„Ich trinke seit 17 Jahren“

Dem Langfinger liefen sie und ein anderer Kunde nach. „Dieser Mann hat ihn eingeholt. Die Börse habe ich zurückbekommen, ein 50er hat aber gefehlt“, so die Pensionistin. Das Geld hatte der Langfinger bereits aus der Börse genommen und in seiner Socke versteckt.

Bei dem 40-Jährigen mangelt es an Erinnerung. „Ich trinke seit 17 Jahren“, sagt der Alkoholkranke. Einige Biere habe er auch an diesem Tag intus gehabt, erklärt er. Und könne sich an die Tat daher kaum erinnern.

Laut Psychiater brauche der Angeklagte eine Alkoholentwöhnung. „Die Kritikfähig keit ist herabgesetzt, mit impulsiven Handlungen ist auch in Zukunft zu rechnen“, so der Gutachter.

Für den 40-Jährigen setzt es wegen Nötigung und Diebstahls vier Monate bedingt, weiters wird eine bedingte Unterbringung in einer Anstalt für Entwöhnungsbedürftige ausgesprochen. Stationäre Entwöhnungstherapie wird verordnet. Das Urteil ist rechtskräftig.