Disput um gute Luft für Schulen und Kindergärten

Grüne kritisieren den Plan der Stadtgemeinde St. Valentin, für Schulen und Kindergärten Luftreinigungsgeräte anzuschaffen.

Erstellt am 03. November 2021 | 05:05
Bettina Langenfelder , Andrea Prohaska
Grün-Gemeinderätin Bettina Langenfelder hält die Luftreinigungsgeräte für nicht notwendig. SPÖ-Stadträtin Andrea Prohaska verteidigt den Ankauf der Geräte für Schulen und Kindergärten.
Foto: Grüne, Vogl

Dass die Stadtgemeinde plant, für alle Schulen und Kindergärten Luftreinigungsgeräte anzukaufen, stößt bei den Grünen auf wenig Gegenliebe. „Die Geräte sollen die Luft umwälzen und dabei unter anderem mittels UV-Strahlung Bakterien und Viren vernichten. Das klingt erstmal vernünftig. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass die Tücke im Detail liegt“, erklärt Bildungsgemeinderätin Bettina Langenfelder in einer Aussendung an die Medien.

Laut einem Positionspapier des Bundesministeriums für Bildung würden derartige Luftreinigungsgeräte ausdrücklich nur dann empfohlen werden, wenn es keine Möglichkeit zum Lüften gibt. „Das heißt in Räumen, die keine Fenster aufweisen. Die herkömmliche Stoßlüftung sei laut Studien das beste Mittel, um einen Luftaustausch zu garantieren“, ergänzt Langenfelder. Neben den Anschaffungskosten von rund 30.000 Euro für die Geräte würden laut Langenfelder noch weitere Kosten für Montage, Wartung und den laufenden Betrieb anfallen. „Geld, das unserer Meinung nach besser in Schulsozialarbeit investiert wäre“, stellt Langenfelder klar. Stattdessen will man bei den Grünen auf Co₂-Ampeln setzen, die anzeigen, wann die Luftqualität schlecht wird und es Zeit wird zu lüften und die auch wesentlich günstiger seien.

Bei Bildungsstadträtin Andrea Prohaska (SPÖ) stoßen die Grünen vor allem mit der Art und Weise ihrer Kritik auf wenig Verständnis. „Ich würde mir etwas Anderes wünschen. Für mich ist es wichtig, sich zusammenzusetzen und ein ehrliches Gespräch zu führen. Ich würde mir Inputs wünschen, die wirklich was bringen“, betont Prohaska. Bezüglich Sozialarbeit, an der man ohnehin seit Frühsommer arbeite, vergleiche Langenfelder Äpfel mit Birnen und die von den Grünen bevorzugten CO ₂-Messgeräte gäbe es ja ohnehin bereits. Da habe man bei der Bildungsdirektion 90 bestellt, 60 seien schon geliefert, informiert die SPÖ-Stadträtin.

Gute Erfahrungswerte in Traiskirchen

Verwundert ist Prohaska auch über die von den Grünen kolportierten Kosten von 30.000 Euro. „Alleine in meinem Ausschuss geht es um 45 Geräte um 37.687 Euro. Das sind aber nur rund die Hälfte der Geräte, die wir ankaufen wollen“, gibt die Stadträtin zu bedenken, dass neben den Volksschulen und der Sonderschule auch Geräte für die Mittelschulen und Kindergärten geplant sind. In Summe geht es daher um über 100 Luftreinigungsgeräte. „In meinem Ausschuss sind die Mittel für einen Ankauf 2021 vorhanden“, sagt Prohaska. In den beiden anderen Ausschüssen werden die Summen ins Budget für 2022 aufgenommen.

Durch den Ankauf der Geräte erhofft man sich vor allem, Stabilität im Präsenzunterricht zu erreichen. „Wir greifen auf den Erfahrungsschatz von Traiskirchen zurück, wo die Geräte seit Jänner in Betrieb sind. Wenn es dort einen positiven Fall gegeben hat, dann ist kein Cluster entstanden“, schildert Prohaska. Ständiges Lüften ist für sie gerade jetzt in der kalten Jahreszeit keine wirkliche Alternative. „Eltern berichten uns, dass die Kinder mit der Winterjacke in der Klasse sitzen und ihnen trotzdem kalt ist.“