Ecstasy per Post? Pakete mit Drogen in Briefkästen. 19-Jähriger bestreitet, Ecstasy per Post bestellt zu haben. Richter sprach ihn im Zweifel frei.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 08. Mai 2018 (05:03)
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Symbolbild

Ein Paket mit 2.000 Stück Ecstasy-Tabletten landete in einem öffentlichen Briefkasten in Deutschland in der Nähe zur niederländischen Grenze und wurde dort von Ermittlern abgefangen. Adressiert war es an einen 19-Jährigen aus St. Valentin. Wegen versuchten Suchtgifthandels sitzt der Bursche nun vorm Richter.

„Alle drei Wochen rauche ich ein Gramm“

Ob er die Drogen im Darknet bestellt hat? „Dort habe ich noch nie gesurft, damit habe ich nichts zu tun“, sagt er und beteuert vehement seine Unschuld. Cannabiskonsum gibt er unumwunden zu: „Alle drei Wochen rauche ich ein Gramm.“

Der Richter kommt schnell zum Schluss: „Ich weiß nicht, was da passiert ist. Es gibt zu diesem Fall kein Ermittlungsverfahren. Alles, was ich habe, ist ein Rechtshilfeersuchen aus Deutschland, in dem steht, dass ein Kuvert mit Drogen an den Angeklagten versendet wurde. Es wurde nicht ermittelt, ob er im Darknet war, es wurde keine Hausdurchsuchung gemacht.“

Und er fügt hinzu: „Ich kann mir aber schon vorstellen, dass Leute aus dem Drogenmilieu als Adressaten ausgesucht werden, die später dann zwecks Paketübergabe kontaktiert werden. In diesen Briefkästen an der Grenze werden nahezu täglich Drogensendungen, auch mit Kokain und Heroin, sichergestellt. Männer, die diese hinterlegt haben, wurden bereits geschnappt und verurteilt.“

Der Angeklagte wird im Zweifel vom Verbrechen des versuchten Suchtgifthandels freigesprochen.