Einbrecher angeschossen: Schütze besaß Waffe illegal. Nach dem Einbruch am Montag in St. Valentin (Bezirk Amstetten), bei dem der Hausbesitzer einen der beiden mutmaßlichen Täter angeschossen haben soll, waren für Dienstag Einvernahmen geplant.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 19. Februar 2019 (08:39)
Der Lenker hatte den blutenden Mann in Ennsdorf bei einer Tankstelle (Bild) aus dem Flucht-Pkw aussteigen lassen. Zeugen verständigten sofort Rettung und Polizei.
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Der Schütze soll die Pistole illegal besessen haben. "Er hat kein waffenrechtliches Dokument", sagte Polizeisprecher Heinz Holub. Der verletzte Kroate wurde festgenommen, sein Komplize war weiter flüchtig (NÖN.at hatte berichtet).

"Heute werden im Laufe des Tages Einvernahmen durchgeführt und es wird Beweismaterial gesichtet", erläuterte Holub. Befragt werden sollten der verletzte Verdächtige sowie der mutmaßliche Schütze, gegen den Ermittlungen auch wegen illegalen Waffenbesitzes eingeleitet wurden.

Verletzter Mann in Linzer Krankenhaus behandelt

Der 47-Jährige und sein Komplize hatten am Montagabend nach den beiden Schüssen in St. Valentin das Haus ohne Beute verlassen, teilte der Sprecher mit. Der Lenker hatte daraufhin den blutenden Mann im wenige Kilometer entfernten Ennsdorf aus dem Flucht-Pkw aussteigen lassen.

Zeugen verständigten sofort Rettung und Polizei. Der 47-Jährige - er war am Oberschenkel getroffen worden - wurde in einem Linzer Krankenhaus ambulant behandelt.

Schütze ertappte Einbrecher auf frischer Tat

"Ich bin jederzeit bereit, mein Haus zu verteidigen", wurde der mutmaßliche Schütze vom ORF NÖ zitiert. Der Mann aus St. Valentin war demnach nicht zu Hause, als die Einbrecher durch ein Fenster in sein Haus eindrangen. "Ich bin kurz nach 18.00 Uhr nach Hause gekommen, habe meine Jacke ausgezogen und gehört, dass irgendetwas Geräusche macht. Ich habe geglaubt, das ist der Spülkasten, der oft Geräusche macht, wenn er kein Wasser bekommt, und mir zuerst nichts gedacht. Dann habe ich gehört, wie ein Blumentopf zerbrochen ist. Dann habe ich mir gedacht, jetzt ist jemand im Haus", wurde der Mann zitiert. Die Einbrecher befanden sich im Wohnzimmer.

"Ich bin ins Schlafzimmer gegangen, habe eine Pistole geholt und habe zwei Mal geschossen", sagte der Hausbesitzer. Die Einbrecher dürften noch nicht lange im Haus gewesen sein - Kästen oder Schränke waren noch nicht durchwühlt. "Dazu hatten sie keine Zeit, da habe ich sie überrascht", berichtete der Mann. Laut seinen Angaben schoss er zwei Mal auf die beiden Einbrecher. "Einmal durch das Fenster hinaus und beim zweiten Mal auf die Wiese. Ich weiß nicht, wie das gegangen ist, ich hätte niemanden verletzen wollen." Einer der Männer wurde am Oberschenkel getroffen. Dass er gezielt auf die Flüchtenden geschossen habe, stritt der Hausbesitzer dem Bericht zufolge ab. "Wenn ich eine Pistole in der Hand habe, habe ich keine Angst. Ich hatte eine richtige Verteidigung in der Hand."