Feuerwehrausbildungsleiter Draxler: „Ohne mein Team geht gar nichts“

Erstellt am 05. Juni 2022 | 12:20
Lesezeit: 3 Min
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Hannes Draxler (rechts) mit einigen Ausbildnern bei der Ausbildung „Abschluss Truppmann“ in St. Valentin.
Foto: Zarl
Der St. Valentiner Hannes Draxler leitet die gesamte Feuerwehrausbildung im Bezirk Amstetten.
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Der Bezirk Amstetten zählt 88 Feuerwehren mit über 7.200 Mitgliedern. Jedes Jahr kommen zwischen 140 und 160 neue hinzu und für deren Ausbildung sorgt maßgeblich Hannes Draxler mit seinem Team.

Draxler trat 1996 der FF St. Valentin bei und ist seit 2006 Bezirkssachbearbeiter für Ausbildung. Auf Feuerwehr-, Abschnitts-, Bezirks- und Landesebene übte der 48-Jährige bislang rund 30 Funktionen in verschiedenen Bereichen aus: vom vorbeugenden Brandschutz über den Katastrophenhilfsdienst bis hin zum Sprengdienst oder der Öffentlichkeitsarbeit. „Mein Tag besteht öfters aus bis zu 24 Stunden Feuerwehr“, erzählt Draxler. Denn beruflich arbeitet er beim Feuerwehrausstatter Rosenbauer in Linz. Dadurch kennt der St. Valentiner das Feuerwehrwesen und die Ausbildungswege in verschiedensten Ländern: von Deutschland bis Hongkong. Er arbeitet auch freiberuflich als Fotograf: So unterstützt er den Österreichischen Eishockeyverband oder die Pfarre.

Unter Draxlers Leitung konnten bereits 2.634 Teilnehmer die Grundausbildung „Abschluss Truppmann“ erfolgreich absolvieren oder haben am Modul „Grundlagen Führung“ teilgenommen, welches die Voraussetzung für die weitere „Feuerwehrkarriere“ ist. „Teilweise gibt es drei, vier Wochenenden, an denen ich von Freitag Mittag bis Sonntag abends im Ausbildungseinsatz stehe“, betont der Bezirkssachbearbeiter. Das sei zeitintensiv und dafür verbrauche er viel an Urlaub. Das Wichtigste ist dabei: „Ohne mein Team geht gar nichts. Dieses ist das Um und Auf, ihnen gilt mein Dank!“

Feuerwehr muss für Hannes Draxler „be-greifbar“ sein

Sein Dank gelte auch den Feuerwehren, die sich um die Ausbildung der meist jungen Kameraden kümmern. Die Jugendfeuerwehren hätten sich hier gut bewährt, diese bringen viele, gut ausgebildete junge Leute hervor. Ein guter Teil des Vermittelns des Einmaleins des Feuerwehrwissens wird bereits in den 88 Feuerwehren und in den sechs Abschnitten übernommen. Selbst die zweijährige Corona-Pandemie habe der Ausbildung nicht geschadet. Dafür haben Draxler und sein Team ein sicheres Konzept entwickelt, etwa mit der Einführung von Einbahnen, bei der die Kursteilnehmer kaum miteinander in Kontakt kamen.

Für Draxler ist es wichtig, dass Feuerwehr „be-greifbar“ ist, dass also Feuerwehrleute tatsächlich etwas angreifen und nicht nur auf dem Computer oder am Handy anschauen. Denn das Feuerwehrwesen sei ein Handwerk, das nur funktioniere, wenn man etwas tut und ausprobiert und das werde immer so bleiben, trotz neuer Techniken. Auf vieles müsse man sich freilich flexibel einstellen, da bei Einsätzen unterschiedlichste Herausforderungen zu bewältigen sind.

Draxler verweist auf die Vielfalt im Feuerwehrwesen, diese fasziniere ihn. „Aus allen Berufsgruppen, aus allen sozialen Schichten, aus mehreren Generationen setzen sich die Feuerwehren zusammen und da werden verschiedenste Fähigkeiten und Talente eingebracht!“ Die Schlagkraft der Feuerwehren sei bemerkenswert, die meisten Probleme könne man selber und natürlich im Verbund mit anderen Organisationen bewältigen: von Bränden über Verkehrsunfälle bis hin zu Menschenrettungen. Und man dürfe nie vergessen: „Alle machen das freiwillig!“

Alle neuen Feuerwehrmitglieder sind in den letzten 15 Jahren durch die Ausbildungskurse und Prüfungen von Hannes Draxler und seinem Team gegangen. „Aus- und Fortbildung ist zentral, dazu kommen die Erfahrungen aus Einsätzen und die Übungen – das macht die gute Arbeit der Feuerwehren aus“, erklärt er.

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