Haft für Ladendieb nach Drogenunfall

Unter Drogeneinfluss verursachte ein junger Welser in St. Valentin einen Zusammenstoß mit einem Moped. Vor Gericht gibt er alles zu, auch zahlreiche Ladendiebstähle.

Stefanie  Marek
Stefanie Marek Erstellt am 13. Oktober 2021 | 02:43
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Foto: APA (Symbolbild)

Zwei junge Burschen sind mit dem Moped in St. Valentin unterwegs. Plötzlich fährt ein Radfahrer, ohne zu schauen von links über die Gegenfahrbahn auf die beiden zu und kracht in das Moped: Kollision mit 50 km/h. Der Mopedlenker zieht sich Abschürfungen zu, sein Beifahrer bricht sich das Bein, auch der Radler verletzt sich. Er war unter Drogen, die Mopedfahrer hätten den Zusammenstoß nicht verhindern können, so das gerichtliche Gutachten.

Das ist jetzt etwas mehr als ein Jahr her. Vor Gericht bekennt sich der angeklagte Radfahrer, ein damals 20-jähriger Welser, schuldig in allen Anklagepunkten. Denn die Staatsanwaltschaft wirft ihm nicht nur fahrlässige Körperverletzung wegen des Unfalls vor, sondern auch Betrug und zahlreiche Ladendiebstähle in Wels, Wimpassing (Bezirk Neunkirchen) und Salzburg. Zwei Taxifahrer soll er außerdem um ihre Bezahlung geprellt haben.

20 Monate Haft, sechs davon im Gefängnis

Die Diebstähle habe er nicht aus Geldnot gemeinsam mit seiner damaligen Freundin begangen. Eher weil er durch die Drogen „völlig enthemmt“ gewesen sei. Schuhe, Kleidung, Alkohol und Lebensmittel ließen die beiden mitgehen. Er habe durch seinen Konsum völlig den Bezug zur Realität verloren, sagt seine Verteidigerin. Einige Dinge wie Festplatten und teure Parfums habe er aber durchaus gestohlen, um sich die Medikamentensucht finanzieren zu können, gibt der Mann zu. In mehreren Fällen wurde er jedoch erwischt. Er hat zwei Vorstrafen, die kürzlich begangenen Taten verübte er noch in der offenen Probezeit. Entscheidend für die Schwere der Strafe ist aber nicht der Verkehrsunfall, den er verursachte, sondern die vielen Diebstähle in kurzen Abständen. Gewerbsmäßigkeit nennt das die Justiz. Mildernd: Er ist vollinhaltlich geständig, verletzte sich bei dem Unfall selbst und bei den Diebstählen blieb es teils beim Versuch.

Das Urteil: 20 Monate Haft, sechs davon muss er ins Gefängnis. Außerdem bekommt er eine Weisung zur stationären Drogentherapie. Dem Mopedlenker muss er rund 1.500 Euro Schmerzensgeld zahlen. Die Staatsanwältin ist mit dem Urteil einverstanden, der Angeklagte auch. Er wird einen Antrag stellen, der es ihm erlauben könnte, die sechs Monate in Therapie statt in Haft zu verbringen.