Junges Wohnen: FPÖ und ÖVP stoßen sich an Standort. Nicht noch ein Wohnbau in der Raiffeisenstraße sagen ÖVP und FPÖ. Grüne und SPÖ befürworten die zentrumsnahe Lage.

Von Daniela Führer. Erstellt am 01. November 2016 (04:27)
Daniela Führer
Hier an diesem Standort – einem Grundstück im Besitz der Stadtgemeinde – könnte ein neuer verdichteter Wohnbau speziell für junge Menschen in St. Valentin entstehen. Dafür wird die Baugenossenschaft das alte Haus auf eigene Kosten abreißen.

Diskussionen gab es bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend beim Tagesordnungspunkt 7 „Abschluss eines Baurechtsvertrages“. Konkret ging es dabei um ein neues Wohnprojekt: Die Siedlungsgenossenschaft SGN Neunkirchen plant, neun Wohnungen mit je 60 Quadratmetern Größe auf Mietbasis an der Raiffeisenstraße neben dem Friedhof zu bauen – für junge Menschen unter 35 Jahren.

„Andere, passende Grundstücke gibt es nicht“

„Die Genossenschaft würde sich auch um den Abriss des alten Wohnhauses, das ohnehin entfernt werden muss, kümmern“, erklärte SPÖ-Stadtrat für Stadtentwicklung und Wohnbau, Patrick Hagmüller.

Für das Projekt brauche es ein Gemeindegrundstück mit entsprechender Bauwidmung, um leistbare Wohnungen errichten zu können. Das genannte Grundstück an der Raiffeisenstraße sei nicht nur ideal aufgrund der zentrumsnahen Lage, es sei auch der einzig mögliche Standort für das Bauvorhaben.

„Andere, passende Grundstücke mit entsprechender Widmung in Gemeindebesitz gibt es nicht“, bekräftigte Hagmüller. Daraufhin stellte er zur Abstimmung, ob die Genossenschaft das Wohnprojekt an der Raiffeisenstraße verwirklichen soll.

„Parkplätze sind direkt am Grundstück möglich“

Von einem idealen Standort sei man laut FPÖ und ÖVP aber weit entfernt. Sie wünschen sich einen anderen Platz für das Junge Wohnen: „Wir halten den Standort für ungeeignet. Es gibt zu wenig Parkplätze, keinen Zugang zu öffentlichen Spielplätzen und keine öffentlichen Kinderbetreuungsstätten im nahen Umfeld“, bemängelte FPÖ-Gemeinderat Johannes Lugmayr.

In das selbe Horn stieß ÖVP-Stadtrat Andreas Pum: „So ein Wohnbau in einem Gebiet, das bereits verkehrstechnisch derart überlastet ist, kann nur zu zusätzlichen Belastungen führen.“ Er meinte zudem, der Plan müsse ohnehin erst durch den Gestaltungsbeirat des Landes: „Da sind noch viele Schritte notwendig, da wird wohl noch viel ausdiskutiert werden müssen.“

Patrick Hagmüller und seine Parteikollegen verstanden die Kritik nur bedingt: „Es werden für alle Bewohner eigene Parkplätze errichtet“, sagte Hagmüller. „Architekt Ernst Jordan hat auch schon eine Studie ausgearbeitet, aus der hervorgeht, dass Parkplätze direkt am Grundstück möglich sind.“ Vizebürgermeister Ferdinand Bogenreiter meinte ergänzend: „Ich sehe es als sehr positiv, diesen Wohnbau direkt im Zentrum zu bauen. Ich stehe voll dahinter.“

Der Abschluss des Baurechtsvertrages wurde mit den Stimmen von SPÖ und den Grünen beschlossen. ÖVP und FPÖ (8 Stimmen) waren dagegen. Läuft alles nach Plan, könnte das Projekt 2017 begonnen werden.

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