Letztes Teilstück für Umfahrung gesichert. Kurz vor der Gemeinderatssitzung am Donnerstag gelang die Einigung zwischen Stadtgemeinde und Gemeinderat Bunzenberger über letzte Grundablöse.

Von Daniela Führer. Erstellt am 16. September 2020 (05:57)
Symbolbild
Symbolbild: Bilderbox

Es war schon eine historische Sitzung des Gemeinderates am vergangenen Donnerstagabend in der Langenharter Sporthalle. Zwei große Schritte wurden bei den wohl wichtigsten Themen der Stadtgemeinde St. Valentin gesetzt: bei der Veranstaltungshalle und der Umfahrung für die Ortsteile Langenhart und Herzograd.

Überraschend kam die Umfahrungsstraße noch per Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung: „Wir haben in den letzten Tagen und speziell heute bis eine Stunde vor Sitzungsbeginn noch sehr intensiv verhandelt. Ich freue mich, jetzt sagen zu können: Wir haben betreffend dem letzten fehlenden Grundstück mit Gemeinderat Karl Bunzenberger eine Einigung erzielt“, erklärte SP-Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr gleich zu Beginn der Sitzung. „Mir fällt ein Stein vom Herzen, weil wir wissen, wie wichtig das Projekt für die Anrainer, die Sicherheit der Schüler, Radfahrer, aber auch für die Standortfrage der Firmen in Herzograd ist“, betonte sie.

Das letzte Teilstück der Umfahrungsstraße – zirka in der Mitte der fünf Kilometer langen Trasse – wird nun von der Stadtgemeinde angekauft. Als nächster Schritt wird der Plan neuerlich überarbeitet. Speziell die Kreisverkehre werde man sich noch einmal genau ansehen. Grundsätzlich soll die Trasse wie am Plan ersichtlich beim Asphaltmischwerk beginnen und nach gut fünf Kilometern nach der Firma CNH wieder in der Steyrer Straße einmünden. Die Hintanbindungen zu den Herzograder Werken müssen auch noch geklärt werden.
Gemeinde

Die Abtretungsvereinbarung betrifft ein Grundstück mit 7.100 Quadratmetern Fläche und wird von der Stadtgemeinde zu 45 Euro pro Quadratmeter erworben. Einzig die Grünen stimmten dem Beschluss der Vereinbarung nicht zu. Dabei richtete sich ihr Protest nicht gegen die Umfahrungsstraße, sondern dagegen, dass bislang keine anderen Maßnahmen zur Entlastung der verkehrsgeplagten Anrainer gesetzt wurden. „Es freut uns, dass wir einen Schritt weiter sind, aber was passiert kurzfristig? Die Umsetzung wird noch Jahre dauern. Wir werden uns enthalten, als Zeichen, dass man für die Bürger etwas machen muss“, erklärte Grüne-Chefin Monika Oberrather.

Ins selbe Horn stieß FP-Fraktionschef Johannes Lugmayr: „Wann können die Anrainer auf eine Fertigstellung hoffen? Und wie können wir die Bürger in den nächsten 10 Jahren unterstützen?“, fragte er und stellte eine mehrfach eingebrachte zusätzliche Asphaltschicht für die Steyrer Straße in den Raum.

Auch VP-Stadtrat Andreas Pum merkte an: „Man kann Sofortmaßnahmen nur unterstützen. Ich glaube aber auch, dass die Firmen gefordert sind, ihre Verkehrsfrequenzen zu minimieren, indem sie mehr Fahrgemeinschaften bilden oder den öffentlichen Verkehr nutzen.“

Ball liegt beim Land

SP-Stadtrat Manuel Murauer erklärte daraufhin, es sei schon mehrfach beim Landesstraßendienst urgiert worden betreffend entlastender Sofortmaßnahmen, bis dato aber ohne Erfolg. Da die Steyrer Straße aber eine Landesstraße ist, liege der Ball nun einmal beim Land.

Mit Spannung erwartet werde jetzt noch ein sogenannter Planfall, der auf der Verkehrszählung des Landes vom Herbst 2019 beruht. „Dieser Planfall berechnet mögliche Szenarien für das Jahr 2035, wie sich der Verkehr durch welche Maßnahmen entwickeln werde. Sobald der Planfall da ist, werden wir schauen, wie wir die Trasse setzen müssen“, erklärte Suchan-Mayr.