Parteienzwist um Kanalrohre. Stadtrat Andreas Pum (ÖVP) vergab ohne Gemeinderatsbeschluss und ohne Wissen der Bürgermeisterin Auftrag über 43.000 Euro. Es hagelte heftige Kritik der SPÖ.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 05. Dezember 2017 (01:25)
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Kerstin Suchan-Mayr und Andreas Pum
Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr warf Pum eine klare Überschreitung seiner Kompetenzen vor. Stadtrat Andreas Pum erklärte, durch seinen Alleingang keinerlei Schaden angerichtet zu haben.
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In St. Valentin plant man die Errichtung eines Hauptpumpwerks. Drei Standort-Varianten werden derzeit diskutiert, Entscheidung ist noch keine gefallen. Ableitungsrohre in die Erla führen jedenfalls unter dem Parkplatz beim Forster-Wohnhaus durch. Und dass dieser Parkplatz asphaltiert werden soll, wurde in der vorletzten Gemeinderatssitzung beschlossen. So weit die Fakten, die am Ende der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag heftige Kritik der SPÖ an ÖVP-Stadtrat Andreas Pum nach sich zogen.

Der Grund dafür? Der für Tiefbau zuständige Pum hatte ohne Gemeinderatsbeschluss und ohne Wissen von Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr vor Asphaltierung des Parkplatzes Rohre verlegen lassen und somit die Entscheidung, welche Variante kommen soll, selbst getroffen. Ein Auftrag von 43.000 Euro und ein eigenmächtiges Vorgehen, das die Bürgermeisterin zu klaren Worten greifen ließ.

Pum sieht keinen Fehler

„Es gibt nichts daran zu rütteln, dass das ein schweres Vergehen ist. Ich glaube, ich brauche dir nicht zu sagen, was in einer Firma mit solchen Mitarbeitern passieren würde“, unterstrich Suchan-Mayr, dass kein Gemeinderat und kein Stadtrat ohne ihr Wissen Abschlüsse tätigen dürfe.

Pum selbst sieht in seinem Vorgehen keinen Fehler. „Ich habe im Sinne einer sparsamen Planung für die Gemeinde gehandelt. Jetzt zu asphaltieren und ein halbes Jahr später die Verrohrung durchzuführen, wäre ein schweres Fehlverhalten gegenüber dem Steuerzahler“, rechtfertigte er seinen Alleingang.

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