Plagerei für guten Zweck beim Race Across America. Rotary-Team mit zwei St. Valentinern fuhr beim Race Across America einen Klassensieg ein. Zudem wurden über eine Million Dollar Spendengelder gesammelt.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 03. Juli 2019 (06:52)
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Jubel beim Team Rotary RAAMs Polio mit Meinhard und Monika Huber (2. und 3. von rechts), das das Race Across America vier Stunden schneller als im Vorjahr absolvierte, sich in seiner Alterskategorie den Sieg bei den Viererteams sicherte und zudem den Spendenrekord brach.

5.000 Kilometer quer durch Amerika hieß es für Monika und Meinhard Huber beim Race Across America. Die ehemalige Volksschuldirektorin und der ehemalige Stadtamtsdirektor legten diese Distanz aber nicht wie der österreichische Rekordsieger Christoph Strasser mit dem Fahrrad zurück, sondern in Begleitfahrzeugen für das Team Rotary RAAMs Polio. Und dies alles für den guten Zweck.

Spendengelder helfen 1,4 Millionen Kindern

„Wir haben über eine Million Dollar an Spenden aufgetrieben. Damit kann man 1,4 Millionen Kinder gegen Kinderlähmung impfen“, freut sich Meinhard Huber über das in mehrfacher Hinsicht erfolgreiche Abenteuer.

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Sechs Tage, 14 Stunden und sechs Minuten nach dem Start überquerten Bob McKenzie, Markus Mayr, Ruth Brandstätter und Kurt Matzler die Ziellinie in Annapolis.

Neben dem Spendenrekord knackte das Rotary-Team rund um Bob McKenzie, Markus Mayr, Ruth Brandstätter und Kurt Matzler aber auch die bisherige Rotary-Bestzeit. Das Quartett erreichte nach sechs Tagen, 14 Stunden und sechs Minuten die Ziellinie, war damit um fast vier Stunden schneller als im Vorjahr und wurde dafür mit dem Sieg bei den Mixed-Teams Altersklasse 50-60 belohnt.

Glücksmomente, die die Strapazen bei Fahrern und Betreuern im Nachhinein in den Hintergrund treten lassen. „Das größte Problem war der Schlafentzug. Mehr als zwei bis drei Stunden Schlaf pro Tag gab es für uns nicht“, erklärt Monika Huber.

Gefahren wurde in zehn-Stunden-Schichten, bei denen zwei Fahrer zehn Stunden am Rad saßen und die anderen beiden zehn Stunden Pause hatten. In diesen zehn Stunden mussten die Betreuer aber die Wege zu und von den Hotels zurücklegen, sich um das Waschen der Raddressen kümmern und sich mit den anderen Betreuern kurzschließen, wo der nächste Wechsel stattfinden wird.

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Aufgrund von Übermüdung schlief der Fahrer des Medienautos des Rotary-Teams ein und das Fahrzeug landete auf dem Dach. Die Insassen blieben zum Glück unverletzt und für den beschädigten Wagen wurde schnell Ersatz gefunden.

Außerdem geriet durch die zehn-Stunden-Schichten der übliche Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander. „Man steht dadurch manchmal gleich zweimal am Tag auf“, schmunzelt Meinhard Huber. Das geht natürlich an die Substanz und sorgte auch für eine gehörige Schrecksekunde. Aufgrund von Übermüdung schlief der Fahrer des Medienautos ein und legte sein Fahrzeug auf das Dach. Die beiden Insassen blieben zum Glück unverletzt.

Müdigkeit und viele andere Gefahren

Neben der Müdigkeit lauerten noch viele andere Gefahren auf die Teilnehmer. „In Missouri sind alle paar Meilen tote Waschbären und Gürteltiere am Straßenrand gelegen und es gibt immer wieder Rehe, die die Straße queren“, berichtet Monika Huber. Zu Zwischenfällen kam es glücklicherweise nicht.

Ob sie mit ihrem Mann im nächsten Jahr wieder mit dabei sein wird, ist noch nicht entschieden. „Das kommt auf die Zusammensetzung des Teams an“, sagen die beiden. Eines ist jedenfalls schon jetzt klar. Obwohl Meinhard Huber ein begeisterter Radfahrer ist, wird er bei diesem Rennen nie selbst im Sattel sitzen. „Hätte man mich vor fünf Jahren gefragt, dann hätte ich mir diese Chance nicht entgehen lassen. Aber alles zu seiner Zeit.“