Plastikfrei! Ein Pilotprojekt mit Vorbildwirkung. Immer mehr Gemeinden wollen dem Beispiel St. Valentin folgen. Hier will man nun auch die Handelsketten mit ins Boot holen.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 23. November 2018 (06:39)
Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr mit einem Muster der zukünftigen Papiersackerl.
Gemeinde St. Valentin

In der Gemeinderatssitzung Ende September beschloss der St. Valentiner Gemeinderat die Resolution „Plastikfreie Gemeinde“ und bekannte sich damit zur Vermeidung von Einweg-Plastik in der Stadt. Seither hat sich viel getan.

St. Valentin ist zum Vorbild für andere Gemeinden in ganz Österreich geworden und Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr zur gefragten Interviewpartnerin in sämtlichen Medien.

„Der zeitliche Aufwand ist ziemlich groß“

„Dass das im Umfeld so ein Thema wird, damit habe ich nicht gerechnet“, freut sich die Stadtchefin jedenfalls über die damit verbundene Werbung für ihre Stadt. Dafür nimmt sie auch einige Strapazen wie etwa Fernsehinterviewtermine in aller Früh in Wien gerne in Kauf. „Der zeitliche Aufwand ist ziemlich groß“, gibt Suchan-Mayr aber zu.

Aber auch in der eigenen Gemeinde ist man nicht untätig. Nachdem bei ersten Veranstaltungen bereits auf die Verwendung von Einweg-Plastikgeschirr verzichtet wurde und sich Projektgruppen mit Bürgern bildeten, geht man nun einen Schritt weiter.

Mit einem Brief wandte man sich an alle großen Handelsketten und informierte die Unternehmen, dass sich St. Valentin zur Vermeidung von Einweg-Plastik bekennt. „Wir bitten die Unternehmen, den Weg mit uns zu gehen und künftig darauf zu verzichten. Wir werden sehen, welche Antworten wir bekommen“, ist die Bürgermeisterin gespannt auf die Reaktionen.

Bestellt wurden bereits die Papiersackerl, die ab nächstem Jahr in den St. Valentiner Geschäften aufliegen werden. Auch der Valentiner Kalender widmet sich diesmal dem Thema Plastik.