Plastikmüll wurde halbiert. Die Initiative „Plastikfreie Gemeinde“ zeigt nach nur einem Jahr bereits Wirkung. 2019 fielen statt der bisher üblichen 260 Tonnen Plastikmüll nur noch 123 Tonnen an.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 08. Januar 2020 (05:12)
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Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr und Umweltgemeinderat Hans Hintersteiner freuen sich über die unerwartet positive Bilanz der Initiative „Plastikfreie Gemeinde“.
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Seit dem 1. Jänner 2000 ist St. Valentin eine Klimabündnisgemeinde und hat sich als solche verpflichtet, einen wesentlichen Beitrag zu leisten, um Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu schützen. Abfall zu vermeiden, sollte hier selbstverständlich sein. Diese Verpflichtung nimmt man sehr ernst, was im Gemeinderat Ende 2018 in einer einstimmig beschlossenen Resolution zur Vermeidung von Einweg-Plastik in der Stadt gipfelte. Damit schlüpfte St. Valentin in eine Vorreiterrolle und fand in ganz Österreich Nachahmer. Zurecht, wie die erste Bilanz nun zeigt.

Durch die Initiative „Plastikfreie Gemeinde“ konnte die Plastikmüllmenge drastisch reduziert werden. „Wir haben jetzt die Daten vom GDA bekommen. In den Jahren 2017 und 2018 hatten wir zwischen 240 und 260 Tonnen Plastikmüll, 2019 waren es nur noch 123 Tonnen. Das ist großartig und war auch für uns total überraschend“, freut sich Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr über den nicht in dieser Größenordnung erwarteten Erfolg.

Und dieser Erfolg setzt sich aus vielen kleinen Bausteinen zusammen. Zum einen verzichtete man bei gemeindeeigenen Veranstaltungen so gut es ging auf Einwegplastik. „Bei den Filmtagen haben wir Popcorn frisch gemacht und in Papiersackerln ausgegeben“, nennt Suchan-Mayr nur ein Beispiel für die erfolgreiche Müllvermeidung. „Die Halbierung der Müllmenge ist aber auch ein Zeichen, dass die Plastikproblematik im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen ist“, ist die Bürgermeisterin sicher.

Wirtschaft unterstützt Plastiklos-Initiative

Damit die Bürger auch wirklich auf Plastik verzichten können, muss natürlich auch die Wirtschaft mitspielen. Und das ist in St. Valentin immer öfter der Fall. Im Tante Hanna Laden in der Werkstraße kann man etwa nicht nur biologische, sondern auch unverpackte Produkte kaufen. Ebenso hat der Spar-Markt in St. Valentin als Pilotprojekt ein Unverpackt-Regal für Obst und Gemüse eingeführt.

Und an dem Projekt wird ständig weitergearbeitet. „Die Arbeitsgruppe wird die Geschäfte abgehen, um zu eruieren, was es jetzt schon gibt und was noch möglich ist“, erklärt Suchan-Mayr. So werden in Kaffeehäusern bereits verschiedene Arten von Strohhalmen getestet oder Torten ohne Folie ausgegeben. „Es wird heuer auch eine Auszeichnung geben, wer in dem Bereich besonders aktiv ist“, berichtet die Bürgermeisterin.