Schwieriger Start ins Leben mit Happy-End. Der kleine Tim kam drei Monate zu früh zur Welt. St. Valentiner Rettungssanitäter trugen mit dem Bau eines provisorischen Inkubators dazu bei, dass der Bub überlebte.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 17. Oktober 2019 (05:41)
RK St. Valentin
Der kleine Tim war mit seinen Eltern Rebecca Fellner und Jens Inezberger zu Besuch bei den beiden St. Valentiner Rettungssanitätern Juliane Auer und Rainer Jelinek.

Ganz besonderer Besuch stellte sich vor Kurzem beim Roten Kreuz St. Valentin ein. Rebecca Fellner und Jens Inezberger aus St. Pantaleon wollten sich bei den Rettungssanitätern Juliane Auer und Rainer Jelinek persönlich für deren Einsatz bei der Geburt ihres Sohnes Tim bedanken, denn dieser hatte vor knapp drei Monaten einen besonders schwierigen Start ins Leben.

Es war der 14. Juli, als bei den beiden Rettungssanitätern nach einem bis dahin schon einsatzreichen Nachtdienst um 5.42 Uhr erneut die Pager Alarm schlugen. „Geburt mit erwarteten Komplikationen, Wehen in der 27. Schwangerschaftswoche“ lautete die Einsatzmeldung. Zeitgleich mit dem St. Valentiner Rettungswagen machte sich auch das Notarztteam aus Perg auf den Weg nach St. Pantaleon. Beide kamen aber zu spät.

Kurz vor Eintreffen am Einsatzort erhielten die Rettungssanitäter den Funkspruch, dass das Kind bereits geboren sei. Und das viel zu früh. „Eine Woche zuvor war ich noch beim Arzt, der meinte, dass alles in Ordnung sei. Gegen 5 Uhr verspürte ich dann die ersten Wehen, um zirka halb 6 wurden diese stärker und kurz darauf war es auch schon so weit“, erinnert sich Rebecca Fellner, die bereits Mutter von zwei Kindern im Alter von 10 und 14 Jahren ist, an die Stunden der Geburt zurück.

Zu den Glücksgefühlen der frischgebackenen Eltern mischte sich aber auch Angst, denn Tim war fast drei Monate zu früh geboren worden. Er war nur 34,5 Zentimeter groß und wog knapp über 1.000 Gramm. Daher waren die beiden Rettungssanitäter aus St. Valentin und das Perger Notarztteam gefordert. Mit Decken und einem Föhn bauten sie einen provisorischen Inkubator. Obwohl Tim bei Bewusstsein war und atmete, zählte jede Minute. Es dauerte rund eine halbe Stunde bis der aus Linz angeforderte Notarzthubschrauber neben dem Haus der Jungeltern landete.

„Ganz kurz durfte ich Tim im Arm halten, dann flog ihn die Hubschrauber-Crew nach Linz. Auch wenn es für mich schwer war, wusste ich, dass er jetzt in den besten Händen ist“, schildert Rebecca Fellner. Dramatische Stunden, die auch beim St. Valentiner Rettungsteam ihre Spuren hinterließen. „Seit 18 Jahren bin ich nun ehrenamtlich im Rettungsdienst tätig. Die Geburt von Tim war sowohl meine erste im Dienst als auch ein Einsatz, den man nicht so schnell vergisst“, erklärt Rainer Jelinek.

Für die Eltern begann nun eine schwierige Zeit. Über sechs Wochen lang lag Tim auf der Intensivstation. „Nach vier Wochen teilten uns die Ärzte mit, dass das Schlimmste überstanden sei.“ Am 10. September durfte Tim dann endlich nach Hause. Heute erfreut sich der kleine Kämpfer bester Gesundheit. Nur ein 24-Stunden-Überwachungsgerät erinnert an den problematischen Start ins Leben.

Die aufregende Zeit schweißte die junge Familie aber auch zusammen. Deshalb überraschte Jens Inezberger seine Rebecca nur fünf Tage nach Tims Geburt mit einem Heiratsantrag. „Wir sind zwar erst ein Jahr zusammen, haben aber so viel durchgemacht wie andere ein ganzes Leben nicht“, darf sich Tims Vater nach dem „Ja“ seiner Lebensgefährtin auf das nächste Highlight freuen.