Tankstelle für Bücherwürmer. Drei alte Telefonzellen werden ab sofort regelmäßig mit Büchern bestückt, die rund um die Uhr von allen Passanten ausgeliehen oder aber auch behalten werden können.

Von Sabine Hummer. Erstellt am 14. November 2014 (05:42)
NOEN, Sabine Hummer
Kulturstadtrat Leopold Feilecker und Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr präsentieren stolz die neuen Bücherboxen, die jedem den Zugang zum Lesen ermöglichen sollen.

Drei bunte und auffällig gestaltete Telefonzellen bereichern seit Mittwoch das Stadtbild. An drei Standorten – dem Bauernmarkt, dem Bereich Freibad/Jugendzentrum und mitten in der Bahnhofshalle – sollen diese Eyecatcher aber nicht zum Griff zum Telefonhörer animieren. Öffnet man die Tür, präsentiert sich ein Regal mit einer großen Auswahl an Büchern. „Bücherbox“ heißt dieses neue Angebot der Stadtgemeinde und soll pünktlich zum Beginn der kalten und kuscheligen Jahreszeit zum (Mehr-)Lesen einladen.

Post stellt Telefonzellen zur Verfügung

„Die Idee entstand vor etwa 20 Jahren in New York und hat sich mittlerweile in vielen Städten etabliert. Auch wir haben dieses Konzept aufgegriffen und für unsere Stadt adaptiert“, informierte Kulturstadtrat Leopold Feilecker. Seit März arbeitete er mit dem Kulturausschuss an der Umsetzung dieses Projekts. Die Telefonzellen wurden von der Post kostenlos zur Verfügung gestellt. Damit auch gleich zu erkennen ist, dass es sich dabei um Bücherboxen handelt, entwarf die Agentur „wohlgeformt“ ein Design, das vom Kulturausschuss ausgewählt und von der Firma Peha-Design gedruckt wurde. Die Telefonzellen wurden schließlich mit den bunten Tattoos beklebt.

Die Bücherboxen sind rund um die Uhr geöffnet und für jedermann zugänglich. „Jeder kann die Bücher entnehmen, behalten oder zurückgeben oder aber auch selbst Bücher hineinstellen“, erklärt Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr. Die Stadtchefin und ihr Team wollen mit dieser Initiative aber nicht nur die Erwachsenen zum Lesen animieren, auch Kinder- und Jugendbücher finden sich in den Bücherboxen wieder. „Laut einer Studie erreichen 19 Prozent der 15-Jährigen die Grundkompetenzen des Lesens nicht. Wir haben uns als Stadt und politische Verantwortliche um dieses Thema angenommen.“ Die Bücherboxen sind nicht das einzige Angebot der Stadt St. Valentin an die jungen Leser. So ist zum Beispiel der Zugang zur öffentlichen Bibliothek für Kinder kostenlos.

Regelmäßige Kontrollen der Bücherboxen

In regelmäßigen Abständen werden die Bücherbestände in den Boxen kontrolliert. „Wir überprüfen, ob die Bücher unversehrt sind beziehungsweise schauen uns an, ob die Inhalte unbedenklich sind“, bemerkt Stadtrat Feilecker.

Auch für das Problem, dass vielleicht zu viele ihre Bücher in den Boxen ablegen, gibt es eine Lösung: „Dann veranstalten wir einen Bücherflohmarkt“, sind sich die Initiatoren einig.