Urnenpark als Friedhofs-Alternative. Ab November können Urnen im Urnenpark beigesetzt werden. Grab und Grabstein gibt es hier nicht.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 29. Oktober 2019 (04:34)
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Der Urnenpark erstreckt sich über eine Fläche von 3.000 Quadratmetern. Auf dem Rondeau, in dessen Mitte die Steinskulptur des St. Valentiner Künstlers Johann Gölles steht, ist genügend Platz für Verabschiedungsfeiern. Wo auf dem großen Areal die Urne dann begraben wird, wissen die Angehörigen nicht.
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Zu keiner anderen Zeit im Jahr besuchen so viele Menschen die Gräber ihrer Angehörigen wie im November. Zu Allerheiligen wird auch heuer wieder allerorts der Verstorbenen gedacht. In St. Valentin wird an diesem 1. November zudem eine neue Art der Bestattung eingeführt, denn um 14 Uhr wird der neue Urnenpark offiziell eingeweiht.

Diverse Anfragen, ob in St. Valentin eine Waldbestattung möglich sei, waren der Anlass, um sich über alternative Bestattungsformen Gedanken zu machen. Ergebnis der Überlegungen ist nun der Urnenpark. „Wir haben am Friedhof noch ein schönes, 3.000 Quadratmeter großes Areal, das wir den Berechnungen nach nicht für Gräber brauchen werden. Dort können wir eine Parkanlage machen“, schildert Stadtrat Thomas Hagmüller die Entstehungsgeschichte des Urnenparks. Dieser nahm in den letzten Wochen konkrete Formen an. So wurde in der Mitte des Areals ein Rondeau mit einer Steinskulptur des St. Valentiner Künstlers Johann Gölles errichtet. Bänke sollen den Parkcharakter des Areals verstärken und auch zum längeren Verweilen im Park einladen.

Wer sich für eine Beisetzung im Urnenpark entscheidet, für den entfällt in Zukunft auch der Pflegeaufwand, denn ein Grab oder einen Grabstein gibt es bei dieser Bestattungsform nicht. Nach der Verabschiedungsfeier wird die Urne nämlich in Abwesenheit der Angehörigen eingegraben. Wo, das weiß nur die Friedhofsverwaltung.

Gemeinde kümmert sich um Pflege

„Das hat den Vorteil, dass man Menschen, die aus verschiedenen Gründen Probleme mit der Grabpflege haben, den Stress nimmt, sich um ein Grab kümmern zu müssen, weil das Grab nicht als Grab erkennbar ist“, erklärt Hagmüller. Die Pflege des Parks und somit auch die Grabpflege übernimmt die Gemeinde. „Es wird aber einen Platz geben, wo man ein Licht anzünden oder Blumen hinlegen kann“, betont Markus Loranth von der Friedhofsverwaltung.

Bei einer Bestattung im Urnenpark fällt eine Grabgebühr von 300 Euro an. Die Verlängerung um weitere zehn Jahre kostet 100 Euro. „Das ist quasi ein Solidarbeitrag dafür, dass wir die Pflege übernehmen“, erklärt Loranth.

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