Urnenpark wurde feierlich eingeweiht. Am Allerheiligentag wurde das Areal im Beisein von Vertretern der Politik und Künstler Johann Gölles offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 05. November 2019 (04:47)
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Markus Loranth, Thomas Hagmüller, Eduard Etzelstorfer, Gärtner Jürgen Offenberger, Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr, Künstler Johann Gölles, Leopold Feilecker und Andreas Pum (von links) im neu eingeweihten Urnenpark.

In St. Valentin gibt es ab sofort die Möglichkeit, in einem Urnenpark an unbekannter Stelle – ohne Grab und ohne Grabstein – in einer verrottbaren Urne beigesetzt zu werden. Der 3.000 Quadratmeter große Park, der vom zuständigen Stadtrat Thomas Hagmüller initiiert und vom Haager Gärtner Jürgen Offenberger gestaltet wurde, wurde zu Allerheiligen in einer kleinen Feier von Pfarrer Johann Zarl offiziell eingeweiht.

Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr betonte in ihrer Rede, dass auch die Bestattung eine Frage der Zeit sei. Man habe in St. Valentin zwar schon Urnengräber, die Urnenmauer und Urnen-Stelen, aber mit dem Urnenpark habe man nun ein Angebot für jene geschaffen, die ihren Angehörigen nicht zur Last fallen wollen beziehungsweise keine Angehörigen haben, die ein Grab pflegen können. Zudem können die Menschen in den Urnenpark kommen, „wenn sie Ruhe und Frieden suchen. Ich glaube, dafür haben wir einen würdigen Platz gefunden“, erklärte Suchan-Mayr.

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Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr und Pfarrer Johann Zarl bei der Einweihung des Urnenparks am Allerheiligentag.

Groß war auch die Freude über den Urnenpark bei Thomas Hagmüller. „Ich bin froh, dass wir heute hier stehen können. Es ist großartig“, betonte er und bedankte sich bei Johann Gölles und seiner Frau Anna für die Gestaltung des Rondeaus, auf dem künftig die Verabschiedungsfeiern stattfinden werden. Zentrum dieses Rondeaus ist eine rund drei Tonnen schwere Skulptur aus portugiesischem Kalkstein, deren Entstehungsgeschichte der St. Valentiner Künstler im Rahmen der Einweihungsfeier erklärte.

Die Idee war, eine Skulptur zu schaffen, die nicht realistisch, nicht konfessionell gebunden und daher für alle offen ist. „Je abstrakter, desto mehr Deutungen sind möglich“, führte Gölles aus. Geworden ist es „ein Zeichen des Lebens und der Hoffnung“, erklärte Gölles. Etwa eine Knospe, aus der sich neues Leben entfaltet.