St. Valentin

Erstellt am 10. Januar 2017, 05:37

von Ingrid Vogl

Ziel: 2.000 Einwohner mehr bis 2040. Stichwort Stadtentwicklung: St. Valentin soll wachsen. Wie die Stadt attraktiver wird, ist im Stadtkonzept zusammengefasst.

Die Gesichter hinter dem St. Valentiner Stadtkonzept: Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr mit Raumforscher Peter Görgl (l.), Architekt Ernst Jordan (r.) und Stadtentwicklungs-Stadtrat Patrick Hagmüller.  |  NOEN, privat

„St. Valentin ist ein spannender Ort, der von vielen völlig unterschätzt wird. Und hier leben auch spannende Menschen, die sich viel trauen und offen für Neues und Veränderungen sind“, schreibt Raumforscher Peter Görgl im Vorwort des 70-seitigen Strategiepapiers.

Gemeinsam mit Architekt Ernst Jordan, Stadtentwicklungs-Stadtrat Patrick Hagmüller und Citymanagerin Doris Haider ist der Wiener einer der vier kreativen Köpfe hinter dem St. Valentiner Stadtkonzept, das auf dem Leitbild, das im Jahr 2009 beschlossen wurde, basiert.

Interviews als Stärken- Schwächen-Analyse

Eine der zentralsten Fragen im Stadtentwicklungskonzept ist jene, wie stark St. Valentin in einem bestimmten Zeitraum wachsen soll. Die Steuerungsgruppe entschied sich dafür, ein Bevölkerungswachstum um 2.000 Menschen bis zum Jahr 2040 anzustreben. Damit erhält man den übergeordneten Richtwert, der anzeigt, in welchen Dimensionen sich die konkretere räumliche Planung und Strategieentwicklung in den nächsten Schritten des Prozesses bewegen soll.

Der Arbeit am Stadtkonzept gingen in den Jahren 2015 und 2016 insgesamt 60 Interviews mit Bürgern voraus, die im Vereinswesen, der Politik, der Kultur oder der Wirtschaft engagiert sind. „Ziel war es, herauszufinden, wie sie ihre Stadt beurteilen und welche Verbesserungsvorschläge beziehungsweise Wünsche sie für die künftige Stadtentwicklung haben“, erklärt Citymanagerin Doris Haider. Viele Gesprächsinhalte finden nun im Stadtkonzept ihren Niederschlag.

Leitmotiv des Stadtkonzeptes ist es, St. Valentin zu verbinden, denn bisher entwickelten sich die drei Stadtbereiche St. Valentin, Herzograd und Langenhart eher nebeneinander als miteinander oder gar aufeinander abgestimmt. Diese räumliche Zerrissenheit soll sich nun ändern. Ziel ist, St. Valentin als Eines erleben zu können. Dieses Leitmotiv ist auch die Grundlage für Handlungs- und Entwicklungsvorschläge. Hier wurden vorerst fünf Leitprojekte mit zehn konkreten Konzepten (siehe unten) ausgearbeitet.

Kommt FH-Außenstelle nach St. Valentin?

Im Mittelpunkt steht etwa der Ausbau der Innenstadt, bei dem der Franz-Forster-Platz eine wesentliche Rolle spielt. Der jetzige Parkplatz soll künftig belebt werden und zu einer Art Hauptplatz mit Café und Einzelhandel werden. „Dafür sind natürlich bauliche Maßnahmen notwendig“, verweist Stadtrat Patrick Hagmüller auf das Telekom-Gebäude, das adaptiert werden müsste.

Für Gesprächsstoff sorgt auch das Ansinnen, eine FH-Außenstelle nach St. Valentin bringen zu wollen. „Das ist sicher der spektakulärste Punkt, aber auch der vageste“, gibt Patrick Hagmüller zu.

Das jetzt vorliegende Stadtkonzept wird nun im heurigen Jahr in Bürgerbeteiligungsprozessen auf seine Inhalte und Zielsetzungen hin besprochen und diskutiert. Außerdem wird die Steuerungsgruppe am Stadtkonzept noch weiterarbeiten. „Das Konzept wird wachsen. Die Themen Verkehr und Wirtschaft haben wir zum Beispiel noch nicht behandelt“, betont Hagmüller. Aus diesem Grund wurde das Stadtkonzept in einer Ringmappe publiziert, die jederzeit problemlos erweitert und ergänzt werden kann.