Stadthallen-60er: Chor trat vor Tausenden auf. Der St. Valentiner Chor Ad Libitum wurde eingeladen, bei dem Jubiläumsevent „Best of Austria meets Classic“ in der Wiener Stadthalle vor einem großen Publikum mitzuwirken.

Von Stephanie Turner. Erstellt am 27. Juni 2018 (05:33)
Neben dem 70-köpfigen Orchester stand auch der Chor Ad Libitum, dirigiert von Christian Kolonovits, auf der Bühne der Wiener Stadthalle.
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In St. Valentin und Umgebung ist der Chor Ad Libitum schon längst kein Fremder mehr. Dass ein Teil des Chores vergangenen Woche in der Wiener Stadthalle vor mehreren tausenden Menschen auf der Bühne stehen würde, hätten die Mitglieder wahrscheinlich bis vor ein paar Wochen allerdings selbst nicht gedacht.

Ursprünglich gar kein Chor für Event geplant

Konkret geht es um die Jubiläumsveranstaltung „Best of Austria meets Classic“, die anlässlich der 60. Saison der Wiener Stadthalle organisiert wurde. Hierzu wurden österreichische Musikergrößen wie „Wanda“, „Pizzera & Jaus“, „Seiler & Speer“, „Voodoo Jürgens“, Wolfgang Ambros, „Conchita“ oder etwa Klaus Eber hartinger geladen, den Austro-Pop hochleben zu lassen. Mittendrin auch ein 70-köpfiges Symphonieorchester unter der Leitung von Christian Kolonovits.

Dieser hat auch den Chor Ad Libitum ins Spiel gebracht: „Ursprünglich war gar kein Chor für das Orchester geplant. Als Christian Kolonovits, mit dem wir schon öfter zusammengearbeitet und zu dem wir einen guten Draht haben, dann doch einen Chor integriert haben wollte, hat er sich an uns gewandt“, erklärt Chorleiter Heinz Ferlesch.

Die Freude war groß, aber der Zeitpunkt denkbar schlecht: „Wir sind derzeit mitten in den Vorbereitungen für unser Jubiläumskonzert am Samstag in der Pfarrkirche Langenhart. Und da ein Großteil unserer Mitglieder berufstätig ist, war es aus organisatorischer Sicht auch gar nicht so einfach für uns, Sänger zu finden, die Zeit haben. Am Ende haben sich dann zum Glück aber doch ganze 47 Mitglieder bereit erklärt, in der Stadthalle mitzuwirken“, so Ferlesch.

Umstellung von Klassik auf Austropop

Eine weitere Herausforderung war dann auch die Umstellung von Klassik auf Austro-Pop, weil der Chor Ad Libitum an sich ja streng klassisch ausgerichtet ist. Im Genre des Austro-Pops seien laut dem Chorleiter die Übergänge heikel, dafür sei es aber auch eine willkommene Abwechslung für den Chor gewesen.

Durch die Erfahrenheit des Chores und intensives Proben mit Christian Kolonovits konnten schließlich auch die letzten Herausforderungen gemeistert werden.

Herausgekommen sind dabei zwei Arrangements, darunter ein Falco-Medley und zum Abschluss noch „I am from Austria“. Insgesamt zwölf Minuten gesungene Zeit auf der großen Bühne der Wiener Stadthalle.

„Es war eine Mega-Erfahrung. Ich gehe ja selber gerne auf Veranstaltungen dieser Art, auch in der Stadthalle, aber selbst einmal auf der Bühne vor so vielen Menschen zu stehen war echt ein besonderes Erlebnis“, resümiert Isolde Erhart, die gemeinsam mit 46 anderen Mitgliedern des Chores auf der Bühne stand.

Nach dem Auftritt konnten sich die Sänger und Sängerinnen noch hinter der Bühne mit den großen Persönlichkeiten der österreichischen Musikszene austauschen.