15 Millionen für sichere Stromversorgung. Stromleitungsnetz zwischen Ernsthofen und Haag wird modernisiert, das Haager Umspannwerk aus verbautem Gebiet abgesiedelt. EVN investiert hier rund 15 Millionen Euro.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 29. Juli 2020 (05:10)
Das jetzige Umspannwerk in der Weistracher Straße soll im Rahmen des Modernisierungskonzepts aus dem verbauten Gebiet wegkommen und um einen Kilometer nach Süden verlegt werden.
Vogl

Die erfreuliche Entwicklung im Bezirk Amstetten, die durch einen verstärkten Zuzug und eine gute wirtschaftliche Entwicklung gekennzeichnet ist, bringt gleichzeitig auch einen erhöhten Bedarf an elektrischer Energie und damit auch an hochwertiger Strominfrastruktur mit sich.

Auch der immer stärker werdende Ausbau der Photovoltaik führt zu steigenden Anforderungen an die Leitungsinfrastruktur. Darauf hat man beim verantwortlichen Netzbetreiber, der Netz Niederösterreich (EVN), nun reagiert. Um die Versorgungssicherheit auch in Zukunft gewährleisten zu können, entwickelte man nach Prüfung mehrerer Projektvarianten ein Modernisierungskonzept für das bestehende Leitungsnetz in der Region um Haag.

Umsetzung soll im Jahr 2023 starten

Dieses Konzept umfasst im wesentlichen drei Punkte. So wird einerseits die bestehende 110 kV-Leitung von Ernsthofen nach Haag von einer zweisystemigen auf eine dreisystemige Leitung erweitert. „Wir sprechen hier insgesamt von einer rund elf Kilometer langen Leitung“, umschreibt EVN-Pressesprecher Stefan Zach die Dimension des Projekts.

Die Leitung verbleibt dabei weitestgehend, nämlich auf rund neun Kilometern, auf der bestehenden Trasse. Nur im Süden von Haag und im Bereich Weinzierl/Untermayrhofen wird die Trasse so weit wie möglich aus dem verbauten Gebiet verlegt. Dies soll auch beim Umspannwerk passieren. Das bestehende Umspannwerk in der Weistracher Straße soll rund einen Kilometer weiter nach Süden verlegt und ausgebaut werden.

Bis es so weit sein wird, ist es aber noch ein langer Weg. „Nach ersten Gesprächen mit den Gemeindevertretungen erfolgen nun die Gespräche mit den Grundeigentümern entlang der geplanten Trasse. Danach wird das Projekt zur Genehmigung bei den Behörden eingereicht. Wenn alle Bewilligungen vorliegen, soll die Modernisierung ab dem Jahr 2023 umgesetzt werden“, schildert Zach den Zeitplan. Die Bauzeit wird bei etwa zwei bis drei Jahren liegen. Die Gesamtinvestitionen für die Leitung und das neue Umspannwerk liegen laut Unternehmenssprecher Zach bei rund 15 Millionen Euro.

Bei den Gemeindeverantwortlichen in Haag wurde das Modernisierungskonzept positiv aufgenommen. „Bei diesem Projekt gibt es viele, die durch die Verlegung der Trasse und des Umspannwerks eine Verbesserung erhalten, leider auch manche, für die es nicht besser wird. Dass bei diesem Projekt geplant ist, das Umspannwerk aus dem verbauten Gebiet abzusiedeln und ein neues zu errichten, ist für uns als Gemeinde positiv zu bewerten“, erklärt Bürgermeister Lukas Michlmayr.