20 Minuten ohne Sauerstoff: „Unsere Lea will leben“

Erstellt am 23. Oktober 2018 | 04:31
Lesezeit: 3 Min
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Klaus Ebner schöpft wieder Hoffnung für Tochter Lea Sophie.
Foto: NOEN
Obwohl ihr Ärzte keine Chance gaben, verbessert sich Lea Sophies (1) Gesundheitszustand stetig.
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Ende August berichtete die NÖN über einen Vorfall im Landesklinikum Amstetten, bei dem ein Kleinkind 20 Minuten lang ohne Sauerstoff war. Die Diagnose lautete damals: Hirntot bis auf kleine Teile des Stammhirns. Selbst die Eltern hatten sich damit abgefunden: „Eine Genesung ist ausgeschlossen. Wir wünschen Lea sehr, dass sie bald in Frieden sterben kann“, sagten Klaus und Elisabeth Ebner aus Haag damals.

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Obwohl ihr Herz immer wieder aussetzte und ihre Atmung zum Stillstand kam, zeigt die kleine Lea Sophie einen enormen Überlebenswillen und macht täglich Fortschritte.
Foto: privat

Es kam auch wochenlang immer wieder zu Atemaussetzern und Herzstillständen, doch die kleine Lea Sophie zeigt einen enormen Lebenswillen. „Sie hörte im September, als wir einmal nicht bei ihr im Zimmer in der Intensivstation waren, auf zu atmen und ihr Herz kam zum Stillstand. Sie war auch schon ganz blau im Gesicht. Dann dürfte sie gemerkt haben, dass wir wieder bei ihr sind und holte plötzlich tief Luft. Der Monitor begann wieder einen Puls zu messen und ihre Atmung normalisierte sich.“

Seitdem geht es bergauf für das Mädchen. Vor Kurzem wurde die inzwischen einjährige Lea nach Salzburg in das Neurologische Rehazentrum für Kinder verlegt. Dort erhält sie an ihr Alters- und Entwicklungsstadium angepasste Therapien. Seitdem kann sie wieder schlucken, beginnt den Kopf selbstständig zu halten und atmet stabiler. Bei einem Hörtest schaffte sie vor Kurzem sogar die volle Punktzahl.

Das gibt den Eltern natürlich Hoffnung: „Die Ärzte in Linz gaben ihr keine Überlebenschance. Selbst sie sind erstaunt von dieser positiven Entwicklung.“ Derzeit scheint alles möglich: von der vollständigen Genesung des Mädchens bis zu diversen Behinderungsgraden. „Klar ist nur: Lea will unbedingt leben“, sagt der 38-jährige Vater. Ein Vorteil könne sein, dass Leas Gehirn sich noch in der Entwicklung befinde. Einen MRT-Scan möchten die Eltern allerdings nicht zulassen. Zu groß ist ihnen das Risiko einer Narkose.

Ärzte sind erstaunt von der Entwicklung

Um Lea auf ihrem Genesungsweg unterstützen zu können, wird Familie Ebner vorübergehend nach Salzburg übersiedeln. Wie lange sie dort bleiben wird, hängt von Leas Entwicklung ab.

„Die psychische Belastung ist enorm. Wir dürfen aber auch Leas dreijährigen Bruder Tobias, nicht vernachlässigen. Zudem kosten weitere Pflege- und Therapiemaßnahmen viel Geld. Wahrscheinlich wird auch der Umbau unseres Einfamilienhauses notwendig werden“, berichten die Ebners. Sie haben ein Spendenkonto eingerichtet und hoffen auf viele Menschen, die sie und Lea unterstützen.

Den Vorfall im LK Amstetten prüft derzeit die Patientenanwaltschaft, die ein medizinisches Gutachten erstellt.

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