39-Jähriger sperrte Frau zuhause ein. 39-Jähriger sperrte Partnerin ein, Polizei eilte zu Hilfe. Es setzte Strafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 19. Dezember 2017 (06:01)
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Symbolbild

„Ich habe zehn Jahre allein gelebt und bin nicht daran gewöhnt, einen Schlüssel zuhause zu lassen. Deshalb habe ich, wenn ich arbeiten gegangen bin, zugesperrt“, erklärt ein 39-Jähriger aus Haag im Prozess. Weil der Mann seine Lebensgefährtin, die von Polizisten sofort wieder befreit wurde, eingesperrt hat, sitzt er wegen versuchter Freiheitsberaubung vor dem Richter.

Auch Körperverletzung wird ihm vorgeworfen. Mit der Faust soll er seine Lebensgefährtin geschlagen haben, nachdem er sie an den Haaren gezogen und auf eine Couch geworfen haben soll. Die Verletzung des Opfers: eine Rötung im Gesicht. „Das war Notwehr, weil sie mich zuerst geschlagen hat, weil ich betrunken nach Hause gekommen bin“, so der Angeklagte dazu.

„Sie haben ein Problem mit Ihrer Impulskontrolle und brauchen ein Antigewalttraining. Gewaltbereitschaft zeigt sich bei Ihnen immer dann, wenn Alkohol im Spiel ist“, sagt der Richter zum Angeklagten und verurteilt ihn wegen der Freiheitsberaubung zu sieben Monaten bedingt verhängter Freiheitsstrafe sowie 600 Euro unbedingter Geldstrafe. Ein Antigewalttraining muss der 39-Jährige absolvieren und ein Bewährungshelfer wird ihm zur Seite gestellt.

Vom Vorwurf der Körperverletzung hingegen wird er freigesprochen. „Wenn der Angeklagte tatsächlich mit der Faust zugeschlagen hätte, dann hätte das Opfer massivere Verletzungen gehabt“, so der Richter. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.