Gemeinde kauft das Weißhaus

Ein Nutzungskonzept für das Haus am Haager Hauptplatz gibt es derzeit noch nicht.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 06:06
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Im Mai wurde im Erdgeschoß des Hauses Hauptplatz 10 für einige Wochen ein offenes Büro für die Stadterneuerung eingerichtet. In der Vorwoche beschloss der Gemeinderat nun den Ankauf des Hauses durch die Gemeinde.
Foto: privat

Der Gemeinderat hat am Donnerstag mehrheitlich den Ankauf des Hauses Stefflbauer (oder Weißhaus) am Hauptplatz beschlossen. Das 1571 gebaute geschichtsträchtige Haus mit der auffälligen Stufengiebelfassade und einer Grundfläche von 339 Quadratmetern wechselt um 300.000 Euro den Besitzer.

Dem Beschluss ging jedoch eine längere Diskussion voraus, denn vor allem die Mandatare der „Liste für Haag“ konnten mit dem Gedanken, dieses Haus zu kaufen, wenig anfangen. „Das Haus ist im Erdgeschoß in einem baulich schlechten Zustand. Ich war schockiert“, meinte etwa Stadtrat Josef Staudinger. „Es gehört gut überlegt, was man mit dem Haus macht. Ich habe das Gefühl, dass jedes Mal gekauft wird, wenn jemand der Gemeinde ein Haus anbietet. 300.000 Euro und wir wissen nicht für was“, legte Thomas Stockinger nach. Dass es nämlich für das Haus derzeit noch kein Nutzungskonzept gibt, bestätigte auch Bürgermeister Lukas Michlmayr. Man wolle das Haus kaufen, bevor es jemand anderer tut.

Teilabriss und Park als Nutzungsmöglichkeit

„Wenn das Haus jetzt zum Verkauf steht, dann können wir nicht zuschauen. Wenn es ein Investor kauft, haben wir keinen Einspruch. Wenn wir es kaufen, können wir bestimmen, was damit passiert. Verkaufen können wir es immer noch und wir haben nichts verspielt“, schlug Stadtrat Johann Kogler (ÖVP) in die selbe Kerbe. Auch Vizebürgermeister Anton Pfaffeneder (ÖVP) sah dies ähnlich: „Man kann das Haus nur kaufen, wenn man es angeboten kriegt und nicht, wenn wir eine Idee für die Nutzung haben.“

Peter Schweinschwaller (ÖVP) gab zu bedenken, dass auch bei der Stadterneuerungsumfrage herausgekommen sei, dass den Haagern der Hauptplatz wichtig ist. „Das öffentliche Leben muss im Zentrum stattfinden. Jetzt ist die Gelegenheit, das Haus zu kaufen. Eine Nutzung wird sich finden.“ Einen Vorschlag stellte Johann Kogler zur Diskussion. Man könne den hinteren Teil des Hauses abtragen und dort einen kleinen Park mit Spielplatz errichten. „Das wäre eine praktikable Lösung und wir hätten keine großen Sanierungskosten“, erklärte er.

Ein Vorschlag, der die Bürgerliste ebenfalls nicht überzeugen konnte. Sie stimmten gegen den Ankauf beziehungsweise enthielten sich ihrer Stimme. Gegen den Hauskauf stimmte mit Reinhard Prock auch ein Vertreter der SPÖ. Er gab zu bedenken, dass man für das Haus bis zur Wiederverwendung ja laufende Kosten zu tragen habe.