Hickhack um Grund für Rückhaltebecken. Die „Liste für Haag“ stimmte geschlossen gegen den Ankauf eines Grundes in der Katastralgemeinde Knillhof.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 22. Oktober 2019 (04:55)
NÖN
Für Bürgermeister Lukas Michlmayr ist das Rückhaltebecken ein wichtiges Projekt.

Dass der Salabergerbach in der Katastralgemeinde Knillhof bei größeren Regenmengen Gefahr läuft überzugehen, ist ein Problem, das man in Haag seit über zehn Jahren kennt. So gesehen sollte es eigentlich ein Glücksfall sein, dass die Gemeinde in der Nähe der Firma Krydl ein Grundstück zum Kauf angeboten bekam, um dort ein Rückhaltebecken zu errichten. Die Diskussion in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag machte aber deutlich, dass das nicht alle Fraktionen so sehen.

Die „Liste für Haag“, deren sechs Mandatare letztlich geschlossen gegen den Kauf des Grundstücks stimmten, war vom Projekt nicht überzeugt. „Das ist alles nicht ausgegoren“, kritisierte etwa Stadtrat Josef Staudinger. Man wisse nicht genau, ob der Boden standhaft genug sei, wenn der Damm gebaut ist, gab er zu bedenken. Außerdem beklagten die Mandatare den zu hohen Kaufpreis.

Für die 1.921 Quadratmeter einigte man sich mit dem Grundstücksverkäufer auf einen Kaufpreis von 15.900 Euro, was in etwa acht Euro pro Quadratmeter entspricht. Für Bürgermeister Lukas Michlmayr ein angemessener Preis, wenn man bedenkt, dass der Verkäufer mit 33 Euro pro Quadratmeter in die Verhandlungen gegangen war. „Natürlich kann man sagen, dass fünf Euro besser wären. Ich würde das Grundstück auch gerne um zwei Euro kaufen“, war Michlmayr von der Diskussion sichtlich genervt.

Diskussionen über den Kaufpreis

Mit dem Kauf des Grundstücks noch zuzuwarten, kam für die ÖVP nicht in Frage. „Die Lage ist perfekt und ein Rückhaltebecken ist wichtig für die Gemeinde. Die Sicherheit der Haager geht vor“, stellte der Ortschef klar.

Das Grundstück jetzt nicht zu kaufen, wäre für ihn und seine Parteikollegen eine vergebene Chance, die eventuell später Mehrkosten nach sich ziehen könnte. „Man muss das schon auf längere Sicht sehen. Wenn wir den Kauf aufschieben und warten, dann wird das nur teurer. Wenn die Verkäufer sehen, dass wir den Grund brauchen, dann verkaufen sie ihn vielleicht um 20 Euro“, gab Stadtrat Johann Kogler zu bedenken.

Dass es mit dem Kauf dieses einen Grundstücks für den Bau eines Rückhaltebeckens nicht getan ist, steht jedenfalls fest. „Das ist nur die Hälfte des angestrebten Beckens“, erklärt Bürgermeister Lukas Michlmayr. Mit den Besitzern des angrenzenden Grundstücks wird es deswegen in den nächsten Tagen konkrete Gespräche geben. „Sie haben telefonisch aber bereits anklingen lassen, dass sie bereit sind zu verkaufen“, ist der Bürgermeister zuversichtlich.