Homeoffice einmal anders angedacht. In Haag überlegt man die Schaffung eines Stadt-Office im Zentrum. Ob Bedarf für diese Art des Homeoffice besteht, wird im Rahmen der Stadterneuerungs-Umfrage erhoben.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 26. November 2020 (06:41)
Bürgermeister Lukas Michlmayr schwebt ein Stadt-Office im Zentrum vor.
Ingrid Vogl

Am Samstag wurde Bürgermeister Lukas Michlmayr zum NÖAAB-Viertelsobmann für das Mostviertel gewählt. Ein Thema, das ihn in dieser Funktion – nicht zuletzt aufgrund der Coronakrise und der dadurch gemachten Erfahrungen – vermehrt beschäftigen wird, ist Homeoffice. „Das wird künftig seitens des ÖAAB forciert“, kündigt Michlmayr an, sich für flexible Modelle stark zu machen, bei denen einige Tage zu Hause und einige Tage im Büro gearbeitet werden kann.

Schließlich biete Homeoffice einige Vorteile. „Es ist eine Zeitersparnis, weil das Pendeln zum Arbeitsplatz wegfällt. Außerdem sind viele im Homeoffice produktiver“, betont Michlmayr. Er verschweigt aber auch nicht, dass Arbeiten im Homeoffice auch Nachteile mit sich bringt. Neben den erhöhten Kosten zur Einrichtung eines Arbeitsplatzes in den eigenen vier Wänden kommt vor allem der soziale Kontakt zu den Arbeitskollegen zu kurz.

Eine Idee, mit der man die Vorteile des Homeoffice nutzen und viele Nachteile gutmachen kann, schwirrt dem Stadtchef schon länger im Kopf herum. „Nicht jeder hat aufgrund der Raum- oder Familiensituation die Möglichkeit, in Ruhe zu Hause zu arbeiten. Deshalb gibt es die Überlegung, ein Stadt-Office im Zentrum zu installieren“, erklärt Michlmayr. Ihm schwebt ein für alle zugängliches und komplett ausgestattetes Büro vor, bei dem sich Interessierte einen Platz sichern und mit ihrem eigenen Laptop arbeiten.

Ob Bedarf dafür besteht beziehungsweise wie groß dieser sein könnte, wird gerade im Rahmen der Stadterneuerungs-Umfrage erhoben. Egal, ob einzelne Personen daran Interesse haben oder eventuell sogar Firmen Bedarf für mehrere Mitarbeiter anmelden, sollte das Finden der passenden Räumlichkeiten kein Problem sein. „Wir haben einige Leerstände in der Gemeinde. Je nach Bedarf würden wir uns nach einer geeigneten Fläche orientieren“, berichtet Michlmayr, der sich durch die Schaffung eines Stadt-Office auch eine Belebung des Hauptplatzes und eine Mitbelebung der dort befindlichen Gastronomie erwartet.