Kaplan auf Heimaturlaub in Nigeria. "Alois Wieser begleiteten den Haager Kaplan Marius Oluigbo in sein Heimatdorf in Nigeria. Ihre Eindrücke schilderten die beiden bei einem Filmvortrag in Haindorf.

Von Karl Fuchs. Erstellt am 27. März 2019 (04:00)
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Alois Wieser (2. von links) und Hans Berger (rechts) mit der Familie von Kaplan Marius Oluigbo (Mitte) in Isunjaba in Nigeria.
privat

Reisen ist eines der Lieblingshobbys von Hans Berger. Deshalb überlegte der im Kirchenchor aktive Haager auch nicht lange, als der nigerianische Kaplan Marius Oluigbo ankündigte, einen Kurzurlaub in seiner Heimat anzutreten. „Marius, da fliege ich mit“, antwortete Berger wie aus der Pistole geschossen. Aber er stellte eine Bedingung: „Mein bester Freund Alois Wieser muss bei dieser Flugreise dabei sein.“

Himmlischer Segen beim Flug nach Nigeria

Dass die Reise ins Armenviertel Isunjaba, dem Dorf, in dem Oluigbos Familie lebt, abenteuerlich wird, zeichnete sich bereits vor dem Abflug ab. Das Flugzeug, das das Trio nach Nigeria bringen sollte, war vorerst nicht startfähig. Nach einer Reparatur und mit dem himmlischen Segen durch den mitreisenden Kaplan Marius ging der Flug – trotz Angst im Kopf – letztendlich gut.

Von der Großfamilie des Kaplans wurden Berger und Wieser herzlich empfangen und gut betreut. Nur so war es auch möglich, dass sich die beiden Mostviertler hautnah Einblick in das religiöse, politische, kulturelle und gesellschaftliche Leben verschaffen konnten. Letztlich hatten sie in 14 Tagen 3.000 Autokilometer zurückgelegt, um Land und Leute kennenzulernen und die Kluft zwischen Armut und Reichtum deutlich vor Augen geführt zu bekommen.

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Alois Wieser, Kaplan Marius Oluigbo, Hans Berger und Leopold Aichberger von der FF Haindorf (von links) vor Beginn des Vortrags.
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So sind im Dorf Isunjaba 80 Prozent der Menschen arbeitslos, 52 Prozent leben unter der Armutsgrenze. Eine Familie muss täglich mit weniger als einem Euro das Auslangen finden. Wasserknappheit und unhygienische Lebensbedingungen stehen auf der Tagesordnung. Kein Wunder also, dass das Fazit der beiden Haager zu ihrer Reise eindeutig ausfiel: „Danke, dass wir in unserem schönen Land Österreich, dem schönsten auf dieser Erde, leben dürfen.“

Was sie auf ihrer Reise erlebten, präsentierten Hans Berger und Alois Wieser bei einem Filmvortrag im Schulungsraum der freiwilligen Feuerwehr in Haindorf, der aufgrund des großen Interesses aus allen Nähten platzte. Dass die Reise auf keinen Fall touristischen Charakter hatte, sondern einen karitativen, machte Moderator Hans Berger vor Beginn des Vortrages klar. Man möchte nämlich mithilfe einer Spendenaktion den Bau eines Brunnens finanzieren, denn das größte Problem in den Dörfern ist nach wie vor die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser.

Haager möchten Brunnen finanzieren

Nachdem viele Spenden nicht dort landen, wo sie hingehören, wurde bereits mit dem Kaplan vereinbart, dass der Dorfbrunnen von einheimischen Dorfbewohnern gebaut werden müsse. Nach Fertigstellung des Brunnens wird dann den Betreibern das Geld an Ort und Stelle ausbezahlt.