Haag

Erstellt am 17. Januar 2017, 05:20

von Ingrid Vogl

Katze hatte acht Schrotkugeln im Körper. Haager erhebt nach Tod seiner Katze schwere Vorwürfe gegen die Jägerschaft. Diese entgegnet.

Acht Schrotkugeln (weiße Punkte) entdeckte Tierarzt Franz Mayrhofer am Röntgenbild der angeschossenen Katze. Dem Tier konnte in der Weistracher Tierklinik nicht mehr geholfen werden.  |  Tierklinik Weistrach

Wut und Unverständnis prägten die Stimmung von Leopold Ritt in den letzten Tagen. Der Grund für die schlechte Laune des Haagers war der Tod seiner schwarzen Europäischen Kurzhaarkatze Pan. Das Tier war nämlich keines natürlichen Todes gestorben, sondern von Unbekannten angeschossen worden. Die schweren Schussverletzungen überlebte der Kater in der Folge nicht.

„Es ist unerhört, dass es das nach wie vor gibt, dass auf Katzen geschossen wird. Das ist ein schweres Tierschutzvergehen“, poltert auch Tierarzt Franz Mayrhofer von der Tierklinik Weistrach, wo das verletzte Tier behandelt wurde, aber nicht mehr gerettet werden konnte. „Die Katze war gespickt mit Schrot und hatte einen gebrochenen Fuß“, schildert Mayrhofer. Insgesamt acht Schrotkugeln entdeckte der Tierarzt am Röntgenbild und meldete den Vorfall bei der Bezirkshauptmannschaft. „Das geht so einfach nicht“, ärgert er sich gehörig über den Vorfall.

Schwere Vorwürfe gegen Jäger

Katzenbesitzer Leopold Ritt erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Jägerschaft, in deren Reihen er den Täter vermutet. „Ich habe niemanden in der Gegend, der mit Schrot schießt – außer Jäger“, untermauert er seinen Verdacht. Sie würden auf Niederwild nur mit Schrot schießen, betont Ritt. „Mich stört, dass die Jäger nicht eingesehen haben, dass man auf private Katzen nicht schießt. Aber das ist seit Jahren so“, spart der Tierfreund nicht mit seiner Kritik.

Kritik, die man in der Jägerschaft nicht auf sich sitzen lassen will. „Mir ist diesbezüglich nichts bekannt, zu dem konkreten Vorfall kann ich daher nichts sagen“, stellt der Haager Jagdleiter Leopold Pfeiffer klar und verweist auf die Nähe zur Nachbargemeinde Weistrach. „Dort, wo Herr Ritt wohnt, ist fast nichts mehr unser Gebiet. Mit uns kann das daher nichts zu tun haben“, erklärt Pfeiffer.

Jäger können nicht unterscheiden

Dass ab und zu auf Katzen geschossen werde, will Josef Sturm gar nicht in Abrede stellen. Der Altbürgermeister und ehemalige Polizei-Postenkommandant, der selbst Jäger ist, gibt aber zu bedenken, dass viele Katzen wildern würden und es erlaubt sei, auf diese zu schießen. „Wenn eine Katze wildert und sie 300 Meter vom Haus entfernt ist, dann darf man auf sie schießen“, räumt Sturm ein.

Am Umstand, dass auch Hauskatzen in die Schusslinie geraten würden, seien die Katzenbesitzer auch nicht ganz unschuldig. „Es ist extrem, wie viele Katzen in Flur und Wald herumlaufen. Für die Jäger ist es schwierig, zu unterscheiden, was eine Hauskatze und was eine wilde Katze ist“, erläutert Sturm. Würden Hauskatzen ein Halsband tragen , gäbe es derartige Vorfälle vermutlich nicht. „Es schießt sicher niemand bewusst auf eine Hauskatze“, ist Sturm überzeugt.