LineMetrics startet Pilotprojekt in HLW. Unternehmen hilft in Haag mit Luftmonitoring das Covid-19-Ansteckungsrisiko zu minimieren.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 21. Mai 2020 (04:25)
Die Sensoren zur Messung der Luftfeuchtigkeit können einfach an der Wand befestigt werden( linkes Bild). Auf dem Smartphone können die aktuellen Werte und die Verläufe abgelesen werden (rechtes Bild).
LineMetrics

Wenn seit Montag der Betrieb in allen Schultypen wieder läuft, dann bei vielen mit der Sorge im Hinterkopf, dass in den Schulen ein hohes Ansteckungsrisiko lauern könnte. Um dieses Risiko zu minimieren, muss dafür gesorgt sein, dass die Luftqualität stimmt, denn die Haltbarkeit des Erregers wird in Innenräumen durch die Luftfeuchtigkeit beeinflusst. Eine wissenschaftliche Studie der Yale University zeigt, dass das Virus bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent am schnellsten inaktiviert wird. Dieses Wissens nutzt das Haager Unternehmen LineMetrics für ein Pilotprojekt in der HLW Haag.

Um eine optimale Luftbefeuchtung der Räume zu ermöglichen, muss natürlich bekannt sein, wie hoch die aktuelle Luftfeuchtigkeit ist. Nur wenn die tatsächlichen Werte gemessen werden, kann auch entsprechend gehandelt werden. Mit modernen Monitoringlösungen lassen sich die aktuellen Luftwerte mithilfe von Sensoren erfassen, dokumentieren und grafisch darstellen. Die LineMetrics-Plattform setzt hier auf Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit.

„Werden eingestellte Schwellenwerte im Klassenzimmer über- oder unterschritten, dann schickt die Plattform Meldungen aus und es kann sofort reagiert werden“, erklärt Reinhard Nowak, CEO und Mitgründer von LineMetrics, die Funktionsweise. In den einzelnen Klassenräumen werden QR-Codes angebracht. Wenn diese gescannt werden, wird am Smartphone direkt die aktuelle Luftfeuchtigkeit angezeigt. So können Lehrpersonal und Schulwarte entsprechend reagieren und die Raumtemperatur und -belüftung anpassen, um die Luftfeuchtigkeit zu managen. „Auf Basis der tatsächlichen Werte kann dann in längerfristige Maßnahmen wie technische Luftbefeuchtung investiert werden“, informiert Nowak.

„Unser Ziel war es, eine kostengünstige Gesamtlösung für Schulen bereitzustellen, die einfach in Betrieb genommen werden kann und nachhaltig Nutzen stiftet. Von der Minimierung des Covid-19-Risikos bis hin zur Verbesserung der Energieeffizienz in bestehenden Schulgebäuden“, betont Nowak.