Mit Sex-SMS erpresst. 36-Jährige drohte, anrüchige SMS eines Mannes an dessen Frau zu schicken, und forderte Geld. Vor Gericht setzte es Haft.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 24. Januar 2019 (05:20)
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Anrüchige SMS schickte ein Mann einer 36-Jährigen aus Haag. Das ärgerte die Frau. Kurzerhand forderte sie Geld von dem Mann. Und drohte die Nachrichten an dessen Ehefrau zu schicken, falls er nicht zahlen sollte. Nun sitzt die 36-Jährige wegen Erpressung vor einer Strafrichterin.

„Ich gebe alles zu. Ich habe das gemacht“, gesteht sie im Prozess am Landesgericht. Und erzählt: „Im Internet wollte ich eine Hundebox verkaufen. Der Mann, ich kenne ihn von früher, hat sich gemeldet. Für die Box hat er sich dann nicht inte ressiert. Komisch rübergekommen ist er und wollte mich sehen.“

Das habe die Angeklagte geärgert. 500 Euro verlangte sie von ihm und teilte ihm mit: „Sonst sende ich die SMS an deine Frau.“ In Panik übergab der Mann das geforderte Geld. Ein weiterer Erpressungsversuch scheiterte. Anzeige folgte.

Richterin verhängt teilbedingte Strafe

„Eine Woche später habe ich es zurückgezahlt“, so die Angeklagte. Und weiters: „Ich kenne seine Frau und Kinder, ich hätte die SMS nie weitergeschickt.“

Das Opfer wird im Prozess nicht einvernommen. „Weil die Angeklagte geständig ist, müssen Sie nicht aussagen. Sie ersparen sich somit das auch für Sie unangenehme Verfahren“, teilt die Richterin dem Opfer mit. Für die 36-Jährige setzt es 18 Monate teilbedingt verhängte Freiheitsstrafe, davon sechs Monate unbedingt. Hinter Gitter muss die Angeklagte aber nicht.

„Fußfesselvollzug ist möglich“, erklärt ihr die Richterin. Und sie begründet das Urteil: „Die Angeklagte hat bereits zwei einschlägige Vorstrafen, erschwerend ist der Rückfall während der offenen Probezeit. Mit gänzlich bedingter Strafnachsicht konnte daher kein Auslangen gefunden werden.“

Die Angeklagte erbittet Bedenkzeit. Auch der Staatsanwalt gibt zu dem Urteil keine Erklärung ab, somit ist es nicht rechtskräftig.