Neue Heimat für Caritas eröffnet. Die Sozialstation NÖ-West für Betreuen und Pflegen zu Hause übersiedelte vom Seniorenzentrum ins ehemalige Volksbank-Gebäude in der Wiener Straße.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 23. Januar 2018 (04:14)
Caritas
Haags Bürgermeister Lukas Michlmayr (5.v.r.) und Caritas-Direktor Hannes Ziselsberger (6.v.l.) freuten sich mit Caritas-Mitarbeiterinnen und Vertretern aus der Politik über die Eröffnung der Sozialstation NÖ-West.

Bis zum Jahr 2017 war die Caritas Sozialstation NÖ-West im Seniorenzentrum untergebracht. Aufgrund der geplanten Erweiterung des physikalischen Zentrums um eine Unterwassertherapie benötigte die Sozialstation eine neue Heimat. Diese wurde im ehemaligen Volksbank-Gebäude in der Wiener Straße 1 gefunden.

Caritas
Die Sozialstation NÖ-West übersiedelte in das ehemalige Volksbank-Gebäude in der Wiener Straße.

Caritas-Regionalleiter Markus Lurger und Bürgermeister Lukas Michlmayr hatten sich im Sommer des Vorjahres gemeinsam auf Heimatsuche begeben. Sie nahmen die Leerstände in der Gemeinde unter die Lupe, um ein passendes Gebäude für die Sozialstation zu finden. Das letzte Objekt war dann das richtige.

„Machen wir doch einfach ein Bankenrettungspaket“, so die Entscheidung, der Volksbank im traditionsreichen Haus in der „Stierreith“ nachzufolgen. Am vergangenen Donnerstag wurde die Sozialstation nun feierlich eröffnet.

„Neues Jahr, neues Glück, neues Büro für die Sozialstation“, freute sich Bürgermeister Lukas Michlmayr über den abgeschlossenen Umzug. „Wenn ihr das eine oder andere noch braucht, könnt ihr euch gerne an uns wenden“, unterstrich der Stadtchef die Wichtigkeit der Caritas. „Es kann und will nicht jeder ins Pflegeheim. Viele wollen zu Hause alt werden. Das wäre für viele Familien ohne Caritas nicht möglich“, erklärte Michlmayr.

„Frauen haben Augen im Herzen, um die Not zu sehen“

Insgesamt 21 Mitarbeiterinnen – darunter Heimhelferinnen, Pflegeassistentinnen und Diplom-Pflegerinnen – kümmern sich um die Klienten in den Gemeinden Haag, Strengberg und Wolfsbach. Immer wichtiger wird dabei die palliative Pflege. „Die Menschen wollen daheim sein. Die Technik ist mittlerweile so weit, dass man ihnen das ermöglichen kann“, erläuterte Rosemarie Westermayr, die seit Sommer 2017 Einsatzleiterin der Haager Sozialstation ist.

In Haag ist die Sozialstation fest in weiblicher Hand, männliche Mitarbeiter gibt es keine. „Wir würden auch Männer nehmen. Das ist kein Ausschließungsgrund“, sagte Hannes Ziselsberger, der Direktor der Caritas der Diözese St. Pölten, mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Pfarrer Nikolaus Vidovic, der die Räumlichkeiten segnete, wusste den Grund, warum bei der Caritas die Mitarbeiterinnen dominieren: „Frauen haben Augen im Herzen, um die Not zu sehen.“

Auch wenn die Sozialstation NÖ-West eine Erfolgsgeschichte ist, gibt es Nöte und Sorgen, denn Personal zu finden sei sehr schwierig, betonte Pflege-Bereichsleiter Karl Enghauser. Voraussetzung für eine Trendumkehr ist, „dass die Bezahlung angehoben wird und an die stationäre Pflege angepasst wird.“