ÖVP baute die Mehrheit aus. Stadt Haag: Bürgermeister Lukas Michlmayr wurde eindeutig im Amt bestätigt und gewann ein Mandat dazu.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 28. Januar 2020 (04:56)
Bürgermeister Lukas Michlmayr (links), Vizebürgermeister Anton Pfaffeneder (4. von rechts) und Stadtrat Johann Kogler (5. von links) stießen am Samstag auf einen erfolgreichen ÖVP-Ball in der Mostviertelhalle an. Tags darauf hatte die ÖVP-Riege erneut Grund zum Feiern. Man gewann ein Mandat und baute die absolute Mehrheit aus.
Adelberger

Vor fünf Jahren lieferte sich Lukas Michlmayr mit Rudolf Mitter ein direktes Duell um die Nachfolge von Bürgermeister Josef Sturm. Herausforderer Michlmayr setzte sich damals aufgrund der größeren Anzahl an Vorzugsstimmen gegen den Routinier durch und stellte sich am vergangenen Sonntag daher erstmals als amtierender Bürgermeister der Wahl. Grund zum Feiern hatte der 32-Jährige auch diesmal.

Die ÖVP konnte drei Prozent mehr Wähler als vor fünf Jahren für sich gewinnen, dadurch um ein Mandat zulegen und hält nun bei 17 Mandaten. „Unser Wahlziel, die Absolute zu halten, haben wir zu hundert Prozent geschafft. Wir haben sogar noch zugelegt, das ist ein Riesenerfolg“, freute sich Michlmayr über die Bestätigung seiner Arbeit in den letzten fünf Jahren und dankte für das Vertrauen, das ihm erneut entgegengebracht werde. „Ich freue mich, dass ich als Bürgermeister weiterarbeiten darf. Ich freue mich sehr darauf“, erklärte der Ortschef.

Weiterarbeiten wird Michlmayr mit einem neu zusammengestellten Gemeinderat. Die „Liste für Haag“ legte nämlich um drei Mandate zu und ist jetzt eindeutig die Nummer zwei in der Gemeinde. Die SPÖ halbierte ihre Mandate auf drei, die FPÖ verpasste den Wiedereinzug in den Gemeinderat um lediglich acht Stimmen. „Dass die SPÖ so stark verliert, war nicht abzusehen, aber das war ein Trend in ganz Niederösterreich“, analysierte Michlmayr das Ergebnis der Opposition. Wie sich die Teilnahme von 1.200 neuen Wählern auf das Ergebnis auswirke, sei auch nicht abzusehen gewesen, ergänzte Michlmayr.

In den nächsten Wochen werden für den Stadtchef vor allem Gespräche über das genaue Aussehen der Stadtregierung am Programm stehen. „Wir werden die Zahl der Stadträte und Ausschüsse diskutieren. Ich bin wie angekündigt für Gespräche bereit“, stellte Michlmayr klar. Eine Einsparung von Stadträten war ja eine konkrete Forderung der „Liste für Haag“ gewesen. Bleibt es nicht wie bisher bei zehn Stadträten, dann verliert die SPÖ neben den drei Mandaten auch alle ihre bisherigen Stadtratsämter.

Auch wenn mit der „Liste für Haag“ die schärfsten Kritiker des Bürgermeisters gestärkt wurden, will Michlmayr auch künftig auf Zusammenarbeit setzen. „Die Wähler haben uns den Auftrag gegeben, die gute Arbeit fortzusetzen. Mir geht es dabei um ein gutes Miteinander. Ich hoffe, dass die offenen Hände angenommen werden und die offenen Hände nicht abgeschlagen werden“, richtete er einen direkten Appell an das Team rund um Spitzenkandidat Martin Stöckler.