Reinhard Mösl: „Geht weiter wie gehabt“. Smoothie-Produzent Reinhard Mösl meldete mit „Jucyou“ mit Sitz in Haag Konkurs an. Alle neun Mitarbeiter wurden von einer Auffanggesellschaft übernommen.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 23. Januar 2019 (06:16)
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ReinhardMösls zweites Unternehmen „Mösl´s“ fungiert nun als Auffanggesellschaft für die in den Konkurs geschlitterte „Jucyou“ Handelsgesellschaft mbH.
Mösl GmbH

Seit April 2015 war Reinhard Mösl Bezirksobmann der Wirtschaftskammer Amstetten. Wenige Tage vor Weihnachten legte er diese Funktion völlig überraschend zurück. Er wolle sich auf seinen Betrieb konzentrieren, lautete die Begründung. Nun ist bekannt warum, denn mit der „Jucyou“ Handelsgesellschaft mbH mit Sitz in Haag meldete der Seitenstettner am vergangenen Montag Konkurs an.

Drei Faktoren waren für diesen Schritt verantwortlich, erklärt Smoothie-Produzent Mösl. Zum einen sei das vergangene Jahr ein äußerst schlechtes Rohstoffjahr gewesen, was sich mit bis zu 50 Prozent höheren Kosten bemerkbar gemacht habe.

„Das war für uns eine enorme Belastung. Die hohe Preissteigerung konnten wir auf den Handel aber nicht weitergeben“, betont Mösl. Außerdem musste eines seiner Produkte bei Spar ausgelistet werden, weil er es aufgrund von Problemen mit einem holländischen Unternehmen nicht mehr liefern konnte.

„Bei diesem Lieferanten wurde die Führung ausgewechselt und ich hatte einige Wochen keinen Ansprechpartner. Mittlerweile ist das Unternehmen auch schon verkauft“, schildert Mösl, warum Umsatz und Ertrag verloren gingen. Außerdem blieb er auf Verpackungsmaterial sitzen. Dritter Grund für die Insolvenz war, dass „die kritische Ertragssituation nicht durch Übergangsfinanzierungen ausgeglichen werden konnte“, so Mösl.

Trotz des Konkursantrags wird sich für die Mitarbeiter und Kunden nichts ändern. „Es wird alles wie gehabt weitergehen. Keiner der Mitarbeiter hatte nur einen Cent Schaden und 80 Prozent der Kunden und Lieferanten werden nicht mitkriegen, dass „Jucyou“ in Konkurs ist“, ist Mösl überzeugt. Alle neun Mitarbeiter wurden von einer Auffanggesellschaft übernommen. Unter dieser Gesellschaft wird nun an bestehende Kunden geliefert.