Sparschiene-Tickets sorgen für Frust. Aufgrund eines Irrtums beim Reisedatum verfallen sechs gebuchte Tickets von Bregenz nach St. Valentin.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 25. Februar 2020 (03:43)
Symbolbild
Shutterstrock, Vytautas Kielaitis

Der Besuch der Bregenzer Festspiele steht für den Haager Bernhard Teichmann Anfang August am Terminkalender. Die Vorfreude darauf ist nun aber etwas getrübt. Schuld daran sind die ÖBB.

Um stressfrei ins Ländle reisen zu können, buchte Teichmann für eine sechsköpfige Gruppe Bahntickets von St. Valentin nach Bregenz und retour. Aufgrund des günstigen Preises entschied sich Teichmann für Sparschiene-Tickets. Und das ist nun der Grund für sein Problem. „Ich habe bei der Rückfahrt irrtümlich das gleiche Datum gewählt wie bei der Hinfahrt. Sofort nach der Buchung habe ich den Fehler bemerkt und beim Kundenservice angerufen, um die Tickets auf den nächsten Tag umzubuchen“, erklärt Teichmann. Die Antwort, die der Haager bekam, sorgte bei ihm aber nicht für Zufriedenheit. „Die Tickets sind ein Sonderangebot und können nicht umgetauscht oder storniert werden“, wurde dem Mostviertler mitgeteilt.

ÖBB nach NÖN-Anfrage zu Kulanzlösung bereit

Dass dem so ist, bestätigte auch ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif. „Die Sparschiene unterliegt besonderen Bestimmungen. Dazu gehört, dass die Tickets nicht storniert werden können. Im Buchungsvorgang weisen wir unsere Kunden mehrmals darauf hin“, stellt er klar.

Bernhard Teichmann ist bewusst, dass er selbst einen Fehler begangen hat. Er kritisiert aber vor allem das Buchungssystem der ÖBB, das es möglich macht, eine Rückfahrt zu buchen, wenn man mit der Hinfahrt noch gar nicht am Zielort angekommen ist. „Man muss ja die Namen der Reisenden angeben. Eine Prüfung der Daten wäre nur Programmierarbeit“, betont der Haager.

Eine derartige Prüfung ist seitens der ÖBB aber nicht vorgesehen. „Wir legen unseren Kunden ans Herz, vor der Zahlung die gewählten Tickets im Warenkorb unter „Angebots- und Preisdetails“ zu prüfen. Vom Ticketshop selbst erfolgt keine Prüfung, ob die angegebenen Reisedaten sich in ihrer Gültigkeit überschneiden und somit nicht nutzbar sind“, teilt Pressesprecher Seif mit.

Dennoch sind die ÖBB nun zu einer Kulanzlösung bereit und bieten Bernhard Teichmann einen übertragbaren ÖBB-Reisegutschein im Wert von hundert Euro an. „148 Euro bleiben aber trotzdem an mir hängen“, ist der Unmut beim Mostviertler noch nicht verflogen. Und online buchen will er künftig lieber nicht mehr.