Tierpark-Schließung: „Nicht das, was die Tiere wollen"

Erstellt am 19. April 2020 | 03:46
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Auch wenn der Haager Tierpark geschlossen ist, gibt es für Tierpflegerin Elke Wasinger und Tierarzt Karl Auinger genug zu tun.
Foto: Archiv/Vogl
Durch die Schließung wurde aus dem Besuchermagnet ein „Geisterpark“.
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Im Vorjahr strömten in der Karwoche 20.000 Besucher in den Haager Tierpark. Heuer gleicht dieser einem „Geisterpark“. Es fehlen aber nicht nur die Besucher. Auch von den zehn Tierpflegern sind derzeit immer nur drei gleichzeitig im Einsatz, die sich wöchentlich ablösen. „Die Gefahr ist zu groß, dass alle in Quarantäne müssen, wenn wir einen positiven Fall im Team haben. Die Arbeiten im Tierpark sind schon sehr speziell, die kann nicht irgendjemand übernehmen“, erklärt Tierarzt Karl Auinger, der zoologische Leiter des Tierparks, die derzeit herrschenden Sicherheitsmaßnahmen.

Dass der Park nun schon seit Wochen geschlossen ist, ist auch für die über 700 Tiere etwas Neues. „Wir haben normalerweise 365 Tage im Jahr geöffnet. Da sind die Tiere Besucher ja gewohnt. Sie sind in diesem Umfeld aufgewachsen und nicht mit Totenstille, wie sie derzeit herrscht. Ich denke schon, dass die Tiere darauf warten, dass jemand kommt“, schildert Auinger.

Tiere vermissen die Abwechslung

Vor allem die Tierarten, die Kontakt zum Menschen suchen, wie etwa die Affen, vermissen die Abwechslung oder das Rascheln mit den Futtersackerln, das die Tiere zu den Zäunen lockt. Karl Auinger ist überzeugt, dass es den Tieren genauso geht wie den Menschen: „Am Anfang ist es ja ganz schön, aber mit der Zeit wird die ganz große Ruhe eintönig. Das ist nicht das, was wir und die Tiere wollen“, hofft der zoologische Leiter auf eine möglichst rasche Öffnung des Tierparks: „Das Gelände ist mit 33 Hektar so weitläufig. Selbst wenn 2.000 Besucher da sind, gibt es kein Problem, den vorgeschriebenen Abstand einzuhalten.“

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