Ukraine-Hilfsaktion: St. Valentiner Gastronom fuhr 2.800 Kilometer

Erstellt am 16. März 2022 | 04:14
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8302428_hsv11stval_wallner.jpg
Gastronom Stefan Wallner startete spontan eine Hilfsaktion für eine Bekannte aus der Ukraine.
Foto: Fuchs
St. Valentiner Gastronom Stefan Wallner überlegte nicht lange, setzte sich ins Auto und verhalf einer Bekannten sowie zwei Frauen und einem Baby zur Flucht aus der Ukraine.
Werbung

Wer rasch hilft, hilft doppelt, besagt ein Sprichwort. Dieses Sprichwort setzte der St. Valentiner Gastronom Stefan Wallner vor wenigen Tagen in die Tat um. Nach einem Telefonat mit einer ihm bekannten Reisebusunternehmerin aus der Ukraine entschied er in Sekundenschnelle, zu helfen und dafür eine strapaziöse Autoreise über 2.800 Kilometer in Angriff zu nehmen.

Die Unternehmerin erzählte Wallner, dass sie und zwei weitere Personen mit einem Baby sich nur noch im Keller oder Bunker aufhalten und sich wegen starker Bombardements der Russen in Lebensgefahr befinden. Wallner überlegte nicht lange. Ausgestattet mit Reisepass, Smartphone und Tablet sagte er zu seiner in der Küche arbeitenden Mutter: „Du, ich muss jetzt in die Ukraine fahren, um Julia an der moldawisch-ukrainischen Grenze abzuholen.“

Wenig später saß er schon in seinem Auto und befand sich, die Westautobahn sozusagen vor der Haustür, bereits auf der Fahrt nach Wien und weiter nach Budapest. Dort angekommen machte er eine Minutenpause, um sich die schnellste und sicherste Route am Tablet und Smartphone auszusuchen Diese führte ihn dann Richtung Rumänien, über den Karpaten-Gebirgszug an der historischen Landschaft Bukowina vorbei nach Moldawien.

440_0008_8304001_hsv11stval_fluechtlinge_2sp.jpg
Die Flucht aus dem Krisengebiet ist gelungen. Die Freude, EU-Raum zu betreten, sieht man an den glücklichen Gesichtern von Reisebusunternehmerin Julia (Mitte) und ihren Begleiterinnen.
Foto: privat

Am rumänisch-moldawischen Zoll wurde Stefan Wallner dann von einem Deutsch sprechenden rumänischen Mann angesprochen, dem die österreichischen Autokennzeichen aufgefallen waren. Wie Wallner später erfuhr, geschah dies wohl deshalb, weil die Gattin des Mannes bei der Caritas in Amstetten als Pflegerin beschäftigt ist. Mit ihm tauschte der St. Valentiner, bei dem sich bereits starke Müdigkeitsanzeichen breitmachten, die Telefonnummern aus, um sich bei der Rückfahrt treffen zu können. „Dieses Zusammentreffen war Zufall und Glück zugleich, denn dadurch ist das ganze Unternehmen gefahrlos und unfallfrei verlaufen“, erklärte Wallner nach der geglückten Aktion. Ausschlaggebend dafür war bei der Heimreise natürlich die Schlafgelegenheit in der rumänischen Stadt Dorohoi, einer Stadt im äußersten Nordosten Rumäniens, nahe der moldawischen und ukrainischen Grenze, im Norden der Region Moldau gelegen, die der unbekannte Rumäne für die Gruppe organisiert hatte.

Die Rückreise erfolgte nach dieser Ruhepause dann über Bratislava, wo Iryna und ihr Baby vom Ehemann und Vater glückselig in Empfang genommen wurden. Zweieinhalb Tage nach seiner Abreise war dann auch die Mutter von Stefan Wallner, Stefanie Wallner, wieder glücklich, ihren Sohn zu sehen. Natürlich war diese private Hilfsaktion Tagesgespräch Nummer eins in St. Valentin. Für die Stammtischgäste war Stefan Wallner ein Held.

Werbung