Musikprobe endete in der Quarantäne. Musikant erfuhr bei der Probe von positivem Test. Trotz eingehaltener Abstandsregeln erhielten alle Absonderungsbescheide.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 09. September 2020 (05:20)
Symbolbild
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Es war eine Musikprobe mit Folgen, zu der sich 15 Mitglieder der Trachtenkapelle Strengberg am Freitag der letzten Augustwoche (28. August) im Musikheim trafen. Da ein Musikant – wie sich später herausstellte – Corona-positiv war, musste die ganze Gruppe trotz negativer Testergebnisse für zehn Tage in Quarantäne.

Dass sein Coronatest positiv ausgefallen war, erfuhr der Musiker gegen 21 Uhr während der Probe. „Er hatte keine Symptome und hat sich nur testen lassen, weil er einen negativen Bescheid für die Teilnahme an einer Veranstaltung brauchte“, erklärt Bürgermeister Johann Bruckner, der als Teilnehmer der Probe selbst auch einen Absonderungsbescheid für zehn Tage erhielt. Dass die gesamte Gruppe in Quarantäne musste, ist für den Ortschef „etwas übertrieben“. Er hätte sich „mehr Fingerspitzengefühl gewünscht“ und dass man von Fall zu Fall unterschieden hätte. So mussten auch Personen in Quarantäne, die zu dem Betroffenen einen Abstand von vier bis fünf Metern hatten.

„Außergewöhnlicher Fall“ für die Behörden

„Wir haben alle Vorgaben mehr als eingehalten. Wir waren 15 in einem Raum, in dem mit dem geforderten Abstand 40 Personen proben hätten können“, erklärt Bruckner. Außerdem habe man in dem 140 Quadratmeter großen und vier Meter hohen Raum sogar die Fenster und Türen geöffnet gehabt, damit die Luft zirkulieren könne, betont der Bürgermeister.

Wie mit dem Fall umzugehen ist, stellte auch für die Behörden eine Herausforderung dar. „Das war im Bezirk schon ein außergewöhnlicher Fall und auch landesweit eine spezielle Situation. Deshalb haben wir den Sanitätsstab eingeschaltet“, berichtet Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer. Dass die Probe indoor stattgefunden habe und die Musiker ja nicht nur die ganze Zeit auf ihrem Platz gesessen seien, sondern vorher und nachher engeren Kontakt mit dem Betroffenen gehabt haben könnten, spielte bei der Entscheidung eine Rolle. Und sie möchte auch ein Missverständnis aus der Welt schaffen, denn „auch wenn man sich an die Sicherheitsmaßnahmen hält, heißt das nicht, dass man vor einer Absonderung gefeit ist.“

Auch Bürgermeister Johann Bruckner war zehn Tage in Quarantäne.
Gemeinde

Da der Musikant Mitglied mehrerer Vereine ist und dementsprechend viele Sozialkontakte hatte, waren die Mitglieder der Trachtenkapelle nicht die Einzigen, die in Quarantäne geschickt wurden. Bürgermeister Johann Bruckner vermutet, dass in der vergangenen Woche 30 bis 40 Strengberger Bürger davon betroffen waren. Darunter neben dem Musiker noch zwei weitere positiv getestete Personen.