Vortrag: Papstbesuch, Pummerin, Poststation

Christine Ziervogl gab in einem spannenden Vortrag einen Überblick über die Vergangenheit der Heimat Strengberg.

Erstellt am 09. Oktober 2021 | 06:44

Im Gasthaus „Zum Schwarzen Rössl“ Pambalk-Blumauer versammelten sich am Donnerstagabend zahlreiche Bürger, um den Vortrag von Christine Ziervogl zu hören. Der etwa einstündige Vortrag unter dem Titel „Mein Heimatort Strengberg“ wurde mit passenden Bildern untermalt und leitete durch die Gemeindegeschichte. Neben Fakten über den Ort erwähnte Ziervogel dabei auch wichtige nationale und internationale historische Ereignisse und erzählte zu vielen Begebenheiten auch interessante und lustige Anekdoten.

Maria Pabst eröffnete den Abend als Obfrau des Dorferneuerungsvereins und begrüßte dabei auch besonders die neu zugezogenen Personen. Christine Ziervogl begann den Vortrag mit den Worten: „Es gibt so viel über unseren Heimatort zu erzählen! Ich werde mich bemühen das Wichtigste zu erzählen und versuchen mich kurz zu halten!“. Der Vortrag startete mit den Kelten und Römern, welche bereits eine Poststation in Strengberg errichtet hatten. Auch ein römischer Grabstein lässt sich heute noch in Strengberg beim „Wastlbauer“ begutachten.

Kirche überstand Osmanen-Belagerung Weiter ging es mit der Christianisierung und der Errichtung des Schlosses „Achleyten“, das später als Schloss „Achleiten“ in Limbach neugebaut wurde. Bereits 1031 wurde die Strengberger Kirche geweiht. Diese überstand auch die Belagerung der Osmanen unversehrt.

„Strengberg kommt von Strähne und Berg und bedeutete ein Aufeinanderfolgen von Bergen.“ Christine Ziervogl klärte über die Herkunft des Namens der Gemeinde auf

Auch die Herkunft des Ortsnamens wurde erklärt. Dazu meinte Christine Ziervogl: „Strengberg kommt von Strähne und Berg und bedeutete ein Aufeinanderfolgen von Bergen!“. Seit dem 15. Jahrhundert gab es in Strengberg ein Postgebäude, das vierzig Pferde im Stall beherbergen konnte. Die Poststation war damals sehr wichtig, da viele Reisende in Strengberg Halt machten und übernachteten. Der Kaiser sowie seine Familie und sogar der Papst waren in früheren Zeiten zu Besuch. Der erste Bürgermeister in Strengberg hieß übrigens Josef Zechner.

Als Schienen im ganzen Land verlegt wurden und die Zugfahrt modern wurde, verlor die Poststation in Strengberg zunehmend an Bedeutung. Spannendes historisches Detail: 1922 wurde die Au für kurze Zeit eine eigene Gemeinde, später wurde sie aber wieder eine Katastralgemeinde von Strengberg. Durch die vielen Überschwemmungen und vor allem durch das Jahrhunderthochwasser 2002 siedelte man den Ortsteil aus. So lassen sich heute nur mehr sehr wenige Gebäude in der Au finden. Ein weiteres bedeutendes Ereignis wurde 1952 in Strengberg verzeichnet.

„Der fromme Schmied aus Strengberg“

In diesem Jahr passierte die Pummerin Strengberg. Die größte und schwerste Glocke Österreichs hängt heute im Stephansdom in Wien. Bei der Durchfahrt in Strengberg riss ein Transporthaken und es mussten Reparaturarbeiten an der Glocke vom Schmied vorgenommen werden. Daher konnte man damals in der Zeitung einen Artikel mit der Überschrift „Der fromme Schmied aus Strengberg“ lesen.

In den 50er-Jahren hatte Strengberg wieder viel zu bieten. Es gab seit 1956 ein beliebtes Kino, ebenso fand man in Strengberg das sehr berühmte Sporthotel „Woita“ und eine weithin bekannte Milchstube. Durch den aufkommenden Verkehr ereigneten sich auch viele Verkehrsunfälle im Gemeindegebiet, vor allem die Schlagbergkurve war gefürchtet. Erst die Autobahneröffnung sorgte 1965 für eine wichtige Verkehrsentlastung. Ein großes Fest zu Ehren 950 Jahre Pfarre Strengberg wurde 1981 gefeiert, dabei wurden tausende Besucher verzeichnet. Ab 1970 intensivierte sich der Siedlungsbau.

Nach dem spannenden Vortrag von Christine Ziervogl bedankte sich Vizebürgermeister Lukas Schatzl recht herzlich bei ihr und endete mit folgenden Worten: „Das Wissen der Vergangenheit zu bewahren ist wichtig, auch für die Zukunft! Das Wichtigste ist im Hier und Jetzt bewusst zu leben!“.

Ebenso bedankte sich Bürgermeister Johann Bruckner bei Christine Ziervogl und zitierte dabei eines ihrer Bücher: „Nicht nur da wo du die Bäume kennst, sondern da wo dich die Bäume kennen, da ist deine Heimat!“. Der gelungene Vortrag wurde mit dem gemeinsamen Singen des Strengberger Heimatliedes, das bereits seit 1975 besteht, abgeschlossen.