Corona war Spielverderber bei Prima la Musica. Als einzige Schülerin der Musikschule Oberes Mostviertel wäre die elfjährige Carina Krieger für den Bundeswettbewerb von Prima la Musica qualifiziert gewesen.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 30. Juli 2020 (04:31)
Das Musizieren am Hackbrett macht Carina Krieger und ihrer Lehrerin Bernadette Haas auch in den Ferien sichtlich Spaß.
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Der Bundeswettbewerb von Prima la Musica sollte für Carina Krieger das absolute Highlight ihrer bisherigen musikalischen Laufbahn werden. Als einzige Schülerin der Musikschule Oberes Mostviertel hatte sich die elfjährige Strengbergerin für diesen Bewerb qualifiziert. „Wir hätten uns schon auf einen schönen Ausflug gefreut, denn in Vorarlberg waren wir noch nie“, war auch Mutter Maria Krieger bereits voller Vorfreude.

Daraus wurde aber nichts, denn das Coronavirus verhinderte die Austragung des musikalischen Wettstreits. Die digitale Ersatzvariante, bei der Videos eingeschickt werden konnten und die Sieger per Publikumsvoting ermittelt werden, kam für Lehrerin Bernadette Haas nicht in Frage. „Wenn eine Jury die Videos bewertet hätte, dann wäre es etwas anderes gewesen“, betont sie. So heißt es für das Hackbrett-Talent eben fleißig weiterüben und die nächste Chance auf den Bundesbewerb nutzen. „Wenn sie so spielt wie jetzt, ist sie in zwei Jahren fix dabei“, ist Haas vom Können ihres Schützlings überzeugt.

Erfolgreiche Hackbrettschüler

Nach zwei Jahren musikalischer Früherziehung begann Carina Krieger mit sieben Jahren Hackbrett zu lernen. Eine gute Wahl, wie ihre Lehrerin erklärt. „Kinder finden intuitiv zu den richtigen Instrumenten, die zu ihrem Charakter und ihrem Temperament passen. Das Hackbrett ist ein nicht sehr aufdringliches Instrument und Carina ist das auch nicht“, schildert Bernadette Haas. Das schüchterne Mädchen blüht aber beim Musizieren so richtig auf. „Sie hat rhythmisch eine schnelle Auffassungsgabe, kann sehr empfindsam spielen, hat einen guten Ausdruck und geht musikalisch schon in die Tiefe“, umschreibt Haas die Gründe, warum Carina Krieger die erfolgreichste ihrer sieben Hackbrettschüler ist.

Dass Krieger überhaupt die Möglichkeit bekam, dieses Instrument zu lernen, hat sie der Neugierde ihrer jetzigen Lehrerin zu verdanken, denn Tradition hat das Hackbrett in der Region nicht wirklich. Als Kind entdeckte die gebürtige Weistracherin beim Adventmarkt in ihrer Heimatgemeinde zwei Buben, die auf einem Hackbrett spielten. „Ich habe zu meiner Mama gesagt: Das will ich lernen. Wie das Instrument überhaupt heißt, hab ich damals nicht gewusst“, erinnert sich Haas schmunzelnd. Nachforschungen haben dann später ergeben, dass die letzten 200 Jahre vor ihr niemand in Weistrach Hackbrett spielte.

Mittlerweile ist Haas seit 15 Jahren Musiklehrerin und hat schon einige ihrer Schüler auf die Uni gebracht, um ebenfalls Lehrer zu werden. Ob Carina Krieger auch diesen Weg einschlagen wird, weiß sie noch nicht. Dass sie dem Hackbrett treu bleiben wird, steht aber unverrückbar fest.